Jena. Am 27. September 1817 vermerkt Goethe im Tagebuch: „Hermanns und Creuzers Differenzen wegen Mythologie studiert.“ Die beiden Gelehrten trugen in der Zeitschrift Über Kunst und Alterthum einen Disput über die rechte Deutung mythischer Inhalte aus, die Goethe, wie dem Tagebuch-Eintrag zu entnehmen ist, mit großem Interesse verfolgte. Wenige Tage später, am 8. Oktober, erfolgt bereits die Niederschrift der „Urworte. Orphisch“.

In den fünf Stanzen beschwört Goethe die Schicksalsmächte, die das menschliche Leben von der Geburt bis zum Tode bestimmen. Auf Anraten von Freunden wird er die „Urworte“ mit einem Kommentar veröffentlichen. Dort zieht er selbst die Summe der Stanzen wie folgt: „Was nun von älteren und neueren orphischen Lehren überliefert worden, hat man hier zusammenzudrängen, poetisch-kompendios, lakonisch vorzutragen gesucht. Diese wenigen Strophen enthalten viel Bedeutendes in einer Folge, die, wenn man sie erst kennt, dem Geiste die wichtigsten Betrachtungen erleichtert.“

Das Jubiläum dieses Gedichtzyklus‘ im Jahre 2017 ist Anlass für Martin Stieberts Lyrikprogramm zu Goethes Geburtstag. Es werden aber nicht nur die „Urworte“ gelesen und interpretiert, sondern auch andere Gedichte, die einen Bezug zu ihren Motiven haben.

Veranstaltungshinweis:

Martin Stiebert interpretiert Goethes „Urworte“
28. August, 19:30 Uhr
Eintritt: Studenten kostenfrei / erm. 3 Euro / 6 Euro

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!