Bildbeschreibung: Dr. Ines Hoppe, Leiterin des IVF-Labors, Klinikdirektor Ingo Runnebaum und die Ärztinnen Dr. Kristin Nicolaus und Dr. Helen Gonnert (v.li.) nehmen die kostbaren Proben am neuen Standort in Lobeda in Empfang: Foto: UKJ/Szabó
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Umzug mit Temperaturfühler
Kryobank mit eingefrorenen Eizellen und Spermien umgezogen
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin jetzt komplett am neuen Standort

Jena. Minus 196 Grad Celsius. Auf diese Temperatur kommt es an, damit die in Spezialbehältern gelagerten Eizellen und Spermien keinen Schaden nehmen. Flüssiger Stickstoff sorgt für die extrem tiefe Temperatur. Nachdem fast alle Arbeitsbereiche der Klinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin bereits im Mai und das Labor für In-vitro-Fertilisation (IVF) im Juli in den Klinikumsneubau gezogen waren, folgte gestern die so genannte Kryobank. „Damit ist der Umzug der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin in ihre neue, moderne Welt abgeschlossen“, so Klinikdirektor Prof. Ingo Runnebaum.

Für den Transport aus der Bachstraße nach Lobeda hat Dr. Ines Hoppe, Leiterin des IVF-Labors, die sieben Behälter fest verschlossen und mit einem zusätzlichen Temperaturfühler ausgestattet, um auch während der Fahrt genau über den Zustand im Inneren informiert zu sein. „Gut verschlossen kann die Temperatur in den Behältern 24 Stunden lang konstant gehalten werden“, so Dr. Hoppe. Nach der Ankunft vor dem Eingang zu Gebäude E gelangten die Behälter auf ihren fahrbaren Untergestellen sicher an ihren neuen Standort.

Der Bereich zur Kinderwunschbehandlung in der neuen Frauenklinik wurde mit zahlreichen Neugeräten ausgestattet. „Wir haben zum Wohle der Frauen und Männer und ihrer so kostbaren Gewebe keine Mühen gescheut“, so Prof. Runnebaum. „Die neuen Bedingungen gewährleisten die Behandlung nach höchstmöglichen Qualitätsstandards für die Zukunft der Familien.“

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Alle wichtigen Parameter im Labor überprüft ein Monitoringsystem. Von der Temperatur in den Räumen und den Brutschränken über den Kohlenstoffdioxidgehalt in den Brutschränken bis zum ph-Wert in den Medien – alle Daten werden exakt erfasst. Über einen Barcode an jeder Probe lassen sich Embryo oder Eizelle immer eindeutig identifizieren. „Damit gehören wir zu den modernsten IVF-Laboren in Deutschland“, so Dr. Hoppe.

Die Kryobank zählt zu den drei größten universitären Gewebebanken in Deutschland. Dr. Hoppe bezeichnet sie als „höchstes Gut“ ihres Labors. Rund um die Uhr werden die Behälter überwacht. Sollte die Temperatur schwanken, erhalten die Mitarbeiter der Störmeldezentrale des Klinikums einen Alarm und können die Labormitarbeiter benachrichtigen. Nach der Begehung und Genehmigung durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz am Mittwoch konnte grünes Licht für den Umzug des sensiblen biologischen Materials gegeben werden.

In den vergangenen Wochen hatte das Team um Dr. Hoppe teilweise an beiden Standorten parallel gearbeitet, damit Patienten auch in der Übergangszeit Proben einfrieren lassen konnten. Nicht nur Spermien und Eizellen von Paaren mit Kinderwunsch werden eingefroren, sondern auch Akutpatienten mit einer Krebsbehandlung betreut. „Wir konservieren Spermien, Eizellen, Hoden- und Eierstockgewebe von Frauen beziehungsweise Männern, die entweder vor einer Chemo- oder Strahlentherapie stehen oder auch wegen ihrer individuellen Lebensplanung ihre Fruchtbarkeit konservieren wollen“, so Prof. Runnebaum. Diese Proben können zu einem späteren Zeitpunkt zum Einsatz kommen, falls sich eine Therapie oder andere Faktoren wie das Lebensalter negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Derzeit umfasst die Kryobank über 6.000 Proben.

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