Jena. Der Tag des offenen Denkmals am 10. September steht dieses Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“. Nun ist Schillers Gartenhaus sicherlich kein Ort, den man in besonderer Weise mit Repräsentation, Prunk und Prachtentfaltung in Verbindung bringen würde. Andererseits orientiert sich der Gartenplan, den der besitzerstolze Dichter 1799 in Auftrag gab, durchaus an höfischen Vorbildern. Auf ihm sind all jene Veränderungen festgehalten, die Schiller und seine Frau Charlotte während der vorangegangenen beiden Sommer veranlasst hatten. Besondere Beachtung verdient der 1798 errichtete „Pavillon“ in der Südwestecke des Grundstückes, der im Gartenplan als „Lusthaus“ ausgewiesen wird und für dessen Zimmer im oberen Stockwerk sogar ein Deckengemälde nach dem Entwurf von Goethes Kunstfreund Heinrich Meyer vorgesehen war. Aber auch im Gartenhaus selbst lässt sich der Gestaltungswillen seiner Bewohner an vielen Stellen erkennen: von der Raumaufteilung über die Auswahl von Tapeten und Bordüren bis hin zur Anschaffung von Möbeln und Öfen. Zum Tag des offenen Denkmals wird Sven Schlotter die Besucher auf drei Erkundungen (Beginn 11.00 Uhr, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr) mit der Geschichte des Hauses vertraut machen und dabei auch auf wenig bekannte bauhistorische Details eingehen. Die 13.00 Uhr beginnende Führung, die sich vor allem mit Anlage und Gestaltung des Gartens in der Schillerzeit beschäftigt, ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Personenbeschränkung: max. 25 Teilnehmer je Führung.

Erkundungen zur Geschichte des Gartenhauses mit Sven Schlotter
Beginn: 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr (Dauer jeweils 45 Minuten)

Eintritt: kostenfrei.