Remis in Würzburg

Jena. Mit 2:2 (0:2) trennten sich am Ende der FC Carl Zeiss Jena und Zweitligaabsteiger FC Würzburger Kickers in ihrem Premierenduell.

Noch nie zuvor trafen beide Clubs aufeinander, und gleich die erste Begegnung beider Vereine sollte eine spannungsgeladene sein, in der die 5.480 Zuschauer – darunter etwa 500 Unentwegte aus Jena – einiges geboten bekommen sollten.

FCC-Trainer Mark Zimmermann entschied sich im Vergleich zur Meppen-Startelf zu nur einer Veränderung und brachte Davud Tuma für Florian Dietz. Guillaume Cros, der in der Halbzeitpause des vergangenen Spieltages gegen den SV Meppen noch verletzungsbedingt raus musste, und dessen Chancen auf einen Einsatz in Würzburg noch zu Beginn der Woche alles andere als gut standen, fand sich ebenfalls in der Jenaer Startelf wieder.

Ohne großes Abtasten ging es in die 90 Minuten, in denen die Hausherren durch Taffertshofer die erste Möglichkeit des Spiels hatten. Doch der Schuss von der Strafraumgrenze sauste über den Kasten von FCC-Schlussmann Raphael Koczor (5.). Kurz darauf kam der FC Carl Zeiss Jena zu seiner ersten Chance, die überragend eingeleitet wurde mit einem gefühlvollen Ball in die Spitze von Jan Löhmannsröben auf Mannschaftskapitän René Eckardt. Der lief allein auf Kickers-Schlussmann Wolfgang Hesl zu und überlupfte den herauseilenden Keeper, um dann ins leere Tor einzuschieben (6.).

Die Würzburger Kickers zeigten Wirkung und hatten mit den mutig nach vorn spielenden Zeiss-Kickern ihre liebe Mühe. In der 20. Spielminute legte Würzburgs Patrick Göbel unfreiwillig für Jenas Julian Günther-Schmidt auf, der mit tollem Abschluss ins lange Eck Hesl keine Chance ließ – 2:0 für Jena!

Wer nun hoffte, dass die Hausherren auseinander brechen würden, sah sich enttäuscht. Die Kickers spielten weiter nach vorn und setzten den FCC mehr und mehr unter Druck, der mit Geschick und dem nötigen Glück – wie bei der nur knapp am eigenen Tor vorbei rauschenden Rettungsaktion von Dennis Slamar – den Vorsprung verteidigte und in die Halbzeitpause brachte.

Aus der kehrten die Würzburger mit viel Dampf zurück auf den Platz der flyeralarm-Arena. Jena konnte sich kaum aus der Umklammerung lösen. So auch soll es – jedenfalls nach Schiedsrichteransicht – Würzburgs Kapitän Sebastian Neumann ergangen sein, der von Marius Grösch nach Meinung des Unparteiischen regelwidrig im Jenaer Strafraum zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandele Orhan Ademi gegen den chancenlosen Koczor sicher (51.).

Was folgte war eine Würzburger Umklammerung, aus der es Jena kaum gelang, sich zu befreien. Zu selten konnte die Zeiss-Elf für Entlastung sorgen. Der Schuss Löhmannsröbens aufs lange Eck, den Hesl mit den Fäusten entschärfen konnte, gehört zu den wenigen Offensivaktionen der zweiten Halbzeit (63.). So kam es, wie es kommen musste. In der 85. Spielminute schoss Sebastian Neumann aufs Tor, und Dennis Slamars Klärungsversuch landete im eigenen Netz (85.). Das 2:2 war gleichzeitig der Endstand in einem Spiel, vor dem sicher die meisten Jena-Fans den einen Punkt gern mitgenommen hätten, der sich aber nach der 2:0 Führung und einer bärenstarken ersten Halbzeit unmittelbar nach Abpfiff als zu wenig anfühlte.

Trainerstimmen:

Mark Zimmermann (Jena): „Es war ein sehr intensives Spiel. Ich war angetan von unserer ersten Halbzeit. Gegen einen Topgegner haben wir sehr mutig gespielt. Wir wussten, dass es in der zweiten Halbzeit nochmal sehr eng werden kann. Wir hatten da leider weniger Mut und wenig Entlastung nach vorn. Würzburg hat sich das 2:2 aufgrund der zweiten Halbzeit verdient. Und wir haben gesehen, wie schwer es ist, eine Führung zu verteidigen.“

Stephan Schmidt (Würzburg): „Wenn jemand einen Top-Thriller sehen will, soll er nicht ins Kino gehen sondern zu uns ins Stadion kommen. Mit den Fans im Rücken haben wir in der zweiten Halbzeit viel Druck entwickelt. Wir müssen am Ende mit dem einen Punkt leben, auch wenn es zum Schluss drei hätten sein können. Wir schenken einfach zu viel her. Wer ein Heimspiel gewinnen will, muss weniger Fehler machen als wir.“

Torfolge:

0:1 René Eckardt (6.)
0:2 Julian Günther-Schmidt (20.)
1:2 Orhan Ademi (51./FE)
2:2 Sebastian Neumann (85.)

Mannschaftsaufstellungen

Jena: Koczor – Brügmann (80. Bock), Slamar, Grösch, Cros – Eismann, Löhmannsröben – Starke, Eckardt (C), Tuma (58. Dietz) – Günther-Schmidt (87. Wolfram)

Würzburg: Hesl – Ahlschwede, Syhre, Neumann, Schuppan – Taffertshofer (46.Baumann), Nikolaou – Skarlatidis (46. Jopek), Müller, Göbel – Ademi (64. Bytyqi)