Dr. Kristin Nicolaus, Oberärztin und Koordinatorin des Endometriosezentrums am Universitätsklinikum Jena.

Jede zehnte Frau hat Endometriose

Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose mit spezialisierten Gynäkologen am 26. September in der Klinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin des Universitätsklinikums Jena

Jena. Wenn Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt werden, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. Doch starke Unterleibsschmerzen sind nicht normal. Diese Schmerzen sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden. „Immerhin ist in 70 bis 80 Prozent aller Fälle eine Endometriose die Ursache nicht nur für Schmerzen bei der Regel und beim Geschlechtsverkehr, sondern häufig auch für ungewollte Kinderlosigkeit“, so Professor Dr. Ingo Runnebaum, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ). In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau davon betroffen, darunter auch viele junge Frauen: Denn die chronische Erkrankung setzt oft schon mit der ersten Regelblutung ein. Nach wie vor dauert es durchschnittlich sechs bis sieben Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird. „Dabei ist eine frühe Diagnose wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern“, so Dr. Kristin Nicolaus, Oberärztin des Kinderwunsch- und Hormonzentrums am UKJ Jena und Koordinatorin des Endometriosezentrums.

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Endometriose Liga lädt die Klinik daher am Dienstag, 26. September, zu einer Informationsveranstaltung über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ein. Dr. Kristin Nicolaus und Dr. Matthias Rengsberger, Oberärzte an der Klinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin sowie Klinikdirektor Professor Ingo Runnebaum, Dr. PH Iris Brandes, Gesundheitsökonomische Evaluation präventiver und rehabilitativer Maßnahmen von der Medizinischen Hochschule Hannover, und Anett Knakowski von der Selbsthilfegruppe Jena stehen Besucherinnen für Fragen zur Verfügung. Zudem berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen.

Endometriose – schmerzhaft aber behandelbar
Bei der Endometriose handelt es sich um die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von „versprengtem“ Gebärmuttergewebe können sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln. „Im Zyklus der Frau baut sich das Gebärmuttergewebe auf und wieder ab. Dies führt zu Blutungen und oftmals zu starken Schmerzen“, so Dr. Nicolaus. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde werden immer größer und so können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden – diese sind dann oft Ursache einer Unfruchtbarkeit.

Endometriose ist behandelbar. Die Wahl der Therapie wird nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung getroffen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin erfolgt der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation.

Informationsveranstaltung

Wann: Dienstag, 26. September 2017, 17.30 Uhr
Wo: Universitätsklinikum Jena, Haus A, Hörsaal II, Am Klinikum I, 07747 Jena
Referenten:
· Dr. Kristin Nicolaus, Oberärztin, Kinderwunsch- und Hormonzentrum und Koordinatorin des Endometriosezentrums des Universitätsklinikums Jena
· Dr. Matthias Rengsberger, Oberarzt Klinik für Frauenheilkunde und Poliklinik des Universitätsklinikums Jena
· Dr. PH Iris Brandes, Gesundheitsökonomische Evaluation präventiver und rehabilitativer Maßnahmen, Medizinische Hochschule Hannover
· A. Knakowski, Leiterin Selbsthilfe Jena

Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich.


Unter anderem Oberärztin Dr. Kristin Nicolaus, Koordinatorin des Endometriosezentrums des Universitätsklinikums Jena, informiert Interessierte und Betroffene am 26. September 2017 über Endometriose. Foto: UKJ/Emmerich