www.pixabay.com Lizenz: CC0 Public Domain

Jena. Am 9. und 10. Oktober treffen sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) rund 80 IT-Spezialisten von Universitäten, Forschungszentren und führenden IT-Firmen. Der Arbeitskreis „Supercomputing“ des Vereins der Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung (ZKI) wird sich während seiner Herbsttagung in Jena vor allem dem Einsatz des Hochleistungsrechnens in der modernen, datenbasierten Forschung widmen.

Die Digitalisierung hat mittlerweile nahezu alle Lebensbereiche erreicht. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Bilder, Videos oder Musik, die dank mobiler Endgeräte und Speicher-Cloud stets und überall verfügbar sind. Mittlerweile werden eine Vielzahl von Geräten und Maschinen in Industrie oder Haushalt über das Internet gesteuert, Bankgeschäfte und Einkäufe erledigt, Daten ausgetauscht und weltweit kommuniziert. Noch digitaler geht es in der Forschung zu. Das Hochleistungsrechnen ist schon lange ein unverzichtbares Werkzeug und erobert immer weitere Bereiche, auch außerhalb der Natur- oder Ingenieurwissenschaften. Die Verfügbarkeit immer größerer Datenmengen aus Beobachtungen, Experimenten oder Dokumenten aus dem Internet erfordert immer größere Rechnerkapazitäten, um aus diesen Datenbergen wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Hier kommen Hochleistungsrechnen und datenbasierte Wissenschaften zusammen. Datenerzeugende Computersimulationen treffen auf rechenintensive Datenanalysen und verbinden damit Theorie, Experiment und Beobachtung. Die Unterstützung dieser Forschung ist ein Schwerpunkt der Jenaer Tagung.

Gastgeber ist das Rechenzentrum der Universität Jena. „Es freut mich, dass die Friedrich-Schiller-Universität nach etlichen Jahren wieder Austragungsort für diese hochkarätig besetzte Konferenz ist“, sagt der Leiter des Jenaer Rechenzentrums und Sprecher des Arbeitskreises „Supercomputing“ Dr. Harald Ziegler. „Denn auch in Jena wurden auf diesem Gebiet bisher erhebliche Anstrengungen unternommen und es muss zukünftig noch mehr passieren.“

So hat die FSU im Jahre 2014 einen passgenauen Studiengang für diese Fragestellungen, den Master in Computational und Data Science, eingerichtet und seit 2015 werden Forschungen im Michael Stifel Center Jena for Data-Driven and Simulation Science koordiniert. „In jüngster Zeit war die Universität mit ihren Wissenschaftlern sehr erfolgreich bei der Einwerbung von Fördermitteln in diesem Bereich“, berichtet Ziegler. „Zwei große Anträge zu Hochleistungsrechnern waren erfolgreich und Mittel für deren räumliche Infrastruktur konnten wir ebenfalls einwerben“. „Dazu freut sich die Informatik auf eine Stiftungsprofessur für skalierbare daten- und rechenintensive Analysen. Auch die Neugründung eines Instituts für Datenwissenschaften des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt am Standort Jena wird die lokale Forschungslandschaft gut ergänzen“, so Prof. Dr. Martin Bücker, Inhaber des Lehrstuhls für Advanced Computing an der Uni Jena.

„Trotzdem ist noch viel zu tun“, mahnt Ziegler. In Thüringen, als kleinem Bundesland, fehle es noch immer an Zugang zu Hochleistungsrechnerkapazitäten der nächsthöheren Ebene, den es etwa in Sachsen oder fast allen anderen Bundesländern schon lange gibt. Besonders fehle es aber an Beratungs- und Unterstützungsangeboten zur Nutzung großer, parallel arbeitender Computer. „Wie dieses Problem z. B. in Hessen gelöst wird, können wir ebenfalls auf der Tagung lernen“, erwartet Dr. Ziegler.

Weitere Informationen sowie das Programm der Tagung sind zu finden unter: zki-tagung.uni-jena.de.