Verdienter Magdeburger Sieg trotz couragierten Jenaer Auftritts

Jena. Der FC Carl Zeiss Jena verliert mit 0:2 (0:1) beim 1. FC Magdeburg, der somit seine reine Heimweste behält. Der FCC indes muss seine Punkte für den Klassenerhalt woanders holen.

Und dass dies passieren wird, daran hatte FCM-Trainer Jens Härtel nach Spielende keinen Zweifel: „In der Verfassung, wie Jena hier aufgetreten ist, haben sie definitiv mit dem Abstieg nichts zu tun.“ Und damit zollte der Magdeburger Coach dem durchaus couragierten Auftritt der Jenaer Mannschaft Tribut – wenn man die ersten 20 Minuten mal ausklammert. Denn mit denen konnte Zeiss-Coach Mark Zimmermann nicht zufrieden sein: „Da saßen wir noch im Bus.“

Die Magdeburger begannen mit Wucht und Dynamik, angetrieben von einer großartigen Kulisse, die vom Kind bis zum Greis in beeindruckender Manier ihr Team nach vorn peitschte. Ob von der Kulisse und der von ihr ausgehenden Atmosphäre oder dem Auftritt der Magdeburger – die Jenaer Mannschaft war beeindruckt. FCM-Sturmtank Christian Beck kam früh zu sehr guten Möglichkeiten für sein Team – zunächst nach einem guten Hammann-Freistoß (2.) und etwas später aus Nahdistanz, wo jedoch Jenas Schlussmann Koczor mit toller Fußabwehr glänzend reagierte (10.). Kurz darauf war es wieder Beck, der aus hervorragender Position Koczor zur Glanztat zwang 14.). Wer es mit Jena hielt, wusste, dass es auf Dauer so nicht gut gehen konnte.

Doch nach etwas mehr als 20 Minuten Dauerdruck der Magdeburger konnte sich die Zeiss-Elf mehr und mehr aus der Umklammerung befreien und für erste Entlastungsangriffe sorgen. In der 26. Spielminute hatte Jenas Mannschaftskapitän René Eckardt sogar die Chance zur Führung. Die Vorarbeit leistete der nimmermüde Ex-Magdeburger Jan Löhmannsröben. Und inmitten der guten Jenaer Phase fiel dann die Führung der Hausherren. Einen langen Ball in den Rücken der Jenaer Abwehr konnte Dennis Slamar nicht klären, der somit zur Vorlage für Türpitz wurde. Trotz des spitzen Winkels brachte Türpitz den Ball im langen Eck des Jenaer Kastens zur zwar zu diesem Zeitpunkt etwas glücklichen aber unter dem Strich hochverdienten Führung für die Gastgeber unter (36.). Türpitz hatte sogar noch die Chance auf 2:0 zu erhöhen, doch scheiterte er entweder an der fehlenden Genauigkeit (41.) oder Jenas Schlussmann Raphael Koczor (42.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann die große Möglichkeit für den FC Carl Zeiss Jena, auf 1:1 zu stellen. Doch den Abschluss Gröschs nach Vorarbeit von Julian Günther-Schmidt vereitelten FCM-Torwart Glinker und Christopher Handke im Verbund auf der Linie. So ging es mit dem 1:0 für die Hausherren in die Halbzeitpause.

Aus der kamen beide Mannschaften personell unverändert. Jena war nun die Mannschaft mit mehr Spielanteilen, während sich die Magdeburger etwas zurückzogen und passiver wurden. Trotz der optischen Überlegenheit gelang es dem FCC aber nicht, echte Torgefahr auszustrahlen. Hingegen blieben die Gastgeber – wenn auch nicht mehr so druckvoll wie in Hälfte eins – torgefährlich. Folgerichtig setzten die Magdeburger den Schlusspunkt – mit einem Standard. Der Spezialist für ruhende Bälle in Reihen des 1. FC Magdeburg, Nico Hammann, zwirbelte den Ball vom linken Strafraumeck „Karo einfach“ (Trainer Jens Härtel) vorbei an der Jenaer Mauer ins Torwarteck und düpierte den an diesem Tag bärenstarken Raphael Koczor zum 2:0 Endstand.

Für den FCC bleibt die Erkenntnis, dem Favoriten zumindest über 70 Minuten Paroli geboten zu haben, seine Punkte für den Klassenerhalt aber woanders holen zu müssen.

Trainerstimmen

Mark Zimmermann (Jena): „Wir haben heute um die 70 Minuten ein wirklich ordentliches Spiel gemacht. Nur die ersten 20 Minuten waren wir wohl noch im Bus, da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann wir hier ein Gegentor bekommen. Dann musste ich auf die Situation reagieren, deshalb auch der frühe Wechsel. Und dann haben wir uns in einer Phase, als wir uns eigentlich etwas gefangen hatten, das Gegentor bekommen. In der zweiten Halbzeit wollten wir es mutiger machen, haben uns aber leider nicht die zwingenden Chancen erarbeiten können, sodass der Sieg für Magdeburg völlig in Ordnung geht.“

Jens Härtel (Magdeburg): „Ich habe heute in den ersten 35 Minuten eine wirklich sehr gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Da hat sie den Matchplan hundertprozentig umgesetzt, leider aber nur ein Tor gemacht. Dann kam eine Phase, mit der ich überhaupt nicht zufrieden war. Da hatte auch Jena die Möglichkeit, hier zum Ausgleich zu kommen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Räume wieder etwas enger gemacht und so nicht wirklich viel zugelassen – hätten vielleicht auch schon früher das zweite Tor nachlegen können. Insgesamt war es heute ein sehr schwerer Gang, aber trotzdem mit einem verdienten Sieg.“