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Es ist kein Jahreswechsel, wie wir ihn an jedem 1. Januar im Kreise der Familie oder Freunden feiern.

Es ist der 3. Oktober, jener Tag, der seit 1990 als Gedenktag für ein offiziell „freudiges Ereignis“ in der jüngeren deutschen Geschichte begangen wird. Ein Tag, der in der Erinnerung der älteren Mitbürger Parallelen zum einst gefeierten 7. Oktober entstehen läßt. Nicht mehr jener „Tag der Republik“, der begleitet war von martialischen Militär- Aufmärschen in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, in Ost – Berlin, von wehenden schwarz- rot- goldenen Fahnen mit dem Symbol der vorgeblich Mächtigen in diesem Staat der Arbeiter, Bauern und Intelligenzler.

Das waren Hammer, Sichel und Ährenkranz in der Symbolistik- Lesart der DDR- Mächtigen, verballhornt von oft still enttäuschten Volk zum Ausspruch: „Willst du den Hammer nicht ähren, ist ganz schnell Sense!“

1989 stimmt ein erzürntes, enttäuschtes Volk mit den Füßen, mit brennenden Kerzen und einem bis heute unvergeßlichen und unvergessenen Ruf „WIR sind das Volk“ über den anhaltenden, unverhohlenen Betrug an der DDR- Einparteien- Demokratie ab und demonstrierte die selbstherrliche SED- Partei- Elite aus der Volkskammer und zuletzt in die Bedeutungslosigkeit.

Viele Jahre sind ins Land gegangen seit 1989, die besonders in letzter Zeit erfüllt waren von Aufgeregtsein, Zorn, Anflügen von Resignation, innergesellschaftlicher Aggressivität und letztendlich wieder einmal fehlender, objektiver Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Ereignisse. Eine andere Doktrin ist entstanden, ein Zeitgeist in der Politiklandschaft, der besonders in den „Neuen Bundesländern“ fast zwingend Analogien zur vergangenen DDR- Epoche hat auferstehen lassen.

Da ist wieder ein, diesmals weiblicher „Staatsratsvorsitzender“, der völlig volksfern und diktatorisch vorgibt, wie unser Land sich zu Wandeln hat, wie wir als Volk zu denken haben über die Entscheidungen derer „da Oben“, welche unfreiwillige oder kleinteilig freiwillige Opferbereitschaft wir an den Tag zu legen haben. Und das eine „Neue Wende“ stattzufinden hat, eine soziale und humanistische Revolution von Oben sozusagen.

Die neuerliche „Wende“ in der bundesrepublikanischen Politik, im Alltag der Bürger, im kollektiven Selbstverständnis der Deutschen fand, als „Jahrhundertmöglichkeit“ hochgejubelt, im Jahr 2015 mit einer entgegen allen vorherigen Bekenntnissen vorgenommenen Öffnung der europäischen Außengrenzen für eine Flut von „Flüchtlingen“ statt. Ein Ereignis, daß unser Volk als eines der geographischen Kernländer Europas scheinbar nur marginal berühren würde.

Doch dieser Schein schwand, als die deutsche Bundeskanzlerin, nach ihrer Aussage vom „unmenschlichen Leid“ der auf dem Budapester Hauptbahnhof campierenden Menschen angerührt, eine medial verbreitete Einladung für ALLE Weltenbummler, die das Wort „Asyl“ aussprechen können, nach Deutschland aussprach.

Sie kamen, sie kamen 2015, sie kamen weiter im Jahre 2016, sie kommen noch Heute in ihr neues „Gelobtes Land“. Ins Paradies für Verfolgte und Traumatisierte, in ein Land, daß seine jahrhundertealte Geschichte, seine Identität und zuletzt sein originäres Staatsvolk aus einer „humanitären Verantwortung“, in geschichtlich unvergleichlicher Selbstaufgabe, mit uneingeschränkter „Willkommenskultur“ aus- und aufzulösen bereit ist.

Doch diese oktroierte Aufnahmebereitschaft für jeden Umsiedlungswilligen aus aller Welt gereicht nicht der Vorstellung im nationalen deutschen Rahmen, die Entscheidungsträger in Berlin möchten gern, daß alle Länder Europas an diesem Segen teilhaben.

Zuerst war es nur ein Land, daß sich anmaßte, als zweifelhaft wirksamer Hemmschuh zwischendurch eigene Entscheidungen darüber zu treffen, welche Menschen sich innerhalb seines Staatsgebietes Aufhalten und/ oder Niederlassen dürfen. Der Präsident dieses Landes, Victor Orban, entschied mit der Zustimmung der Mehrheit seines Staatsvolkes, einen Wall aus Maschen- und Stacheldraht entlang der Staatsgrenze errichten zu lassen, um dem nicht abreißenden Menschenstrom ein wirksames „Halt“ zu gebieten.

Immer mehr Länder, die mit offenen Augen all die „Einzelfälle“ von Terrorakten, von Übergriffen auf Zivilisten, Kinder und Frauen in bereits von Geflüchteten und Traumatisierten überrannten Ländern beobachteten, schlossen sich dem Standpunkt der Ungarn an, solche Fremden nicht oder in einer nur geringen, leicht zu kontrollierenden Zahl in ihre Länder zu lassen.

Ob ein solcher Regierungsstandpunkt als legitim oder als, wie behauptet, inhuman gilt, darüber scheiden sich ausgerechnet in Deutschland, dem Traumziel aller Kriegsverfolgten der Welt, die Geister. Weil der Begriff „Souveränität“ und Volkswille in unserem Land weder Bekannt noch auch nur ansatzweise Zugelassen ist. Ein Zustand oder ein Segen, der über die Gehhilfe EU offenbar nicht schnell genug auf die anderen europäischen Staaten verteilt wurde.

Heute feiert der politische Vorstand unseres Landes eine Wiedervereinigung, die Einheit unserer Nation, blind für die Abgründe, die schon unsere Nation fast unheilbar durchschneiden. Doch man feiert sich, versteht man den wieder aufbrandende Eigenkult dieser Denker und Lenker richtig, tatsächlich bloß Selbst.

Wo Uneinigkeit über Sinn, Zweck und Zukunft schon innerhalb eines Landes bestehen, wenn sich dieser Streit nicht nur in einem Land postuliert, sondern rasant eine ganzen Kontinent erfaßt, dann tun sich tiefe Gräben in jeder Form der Gesellschaft auf. Da ist es zu Vernachlässigen, ob es regionale, territoriale oder kontinentale Zerwürfnisse über Politik und Gesinnung der menschlichen Gesellschaft sind.

Deutschland ansich ist in seiner Gesellschaft gespalten, durchzogen von waberndem Haß, überschüttet mit Lügen, verblendet von weltfremden Doktrinen. Und wir als anerkannt vereinigtes „Deutsches Volk“ in unserer Gesamtheit, vertreten durch eine unfähige, kurzsichtige Regierung, haben es wieder einmal geschafft, unsere eigenen ideologischen Zerwürfnisse auf ganz Europa abzustrahlen. Deutschland ist Uneins, Europa ist Uneins, der Rest der Welt ist sich Uneins, was in unserem Land eigentlich geschieht. Diese tiefe Zerrissenheit soll mit einer demonstrativen Einheitsfeier gewürdigt werden?

Es gibt per´se keinen Grund, auf die innen- und außenpolitischen Leistungen Deutschlands in den letzten drei jahren stolz zu sein. Darüber, über eine Einheitsfeier, sollten wir erst wieder Nachdenken, wenn wirkliche, gelebte Einigkeit im Lande herrscht und wieder Verstehen seitens der internationalen Politik für das Agieren unserer Nation gereift ist.

So lange genießen wir den 3. Oktober als Freien Tag, ohne Stolz auf die jüngere Geschichte…

Autor: Simplicius Jenensis

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