Derbysieg und Einzug ins Landespokalviertelfinale

Jena. Der FC Carl Zeiss Jena behält im 102. Thüringenderby gegen Rot-Weiß Erfurt mit 2:1 die Oberhand und wirft den Pokalverteidiger aus dem Wettbewerb.

Der Pokalsieger der vergangenen Saison ist raus! Der FC Carl Zeiss Jena konnte vier Wochen nach der 0:1 Punktspiel-Niederlage in Erfurt wie von Trainer Mark Zimmermann gefordert die Bilanz gegen den Lieblingsrivalen ausgleichen und sich die Chance auf den Landespokalsieg wahren. Während die Blumenstädter am Wochenende des 11./12. November nun spielfrei haben, wird es für den FCC in einem Auswärtsspiel um den Halbfinaleinzug gehen. Wie die zu nehmende Hürde heißen wird, entscheidet sich bereits am kommenden Samstag zum Drittligaheimspiel gegen den F.C. Hansa Rostock – dann nämlich plant der Thüringer Fußball-Verband die Auslosung der Viertelfinalbegegnungen.

Dass diese Auslosung am Samstag im Ernst-Abbe-Sportfeld und nicht im Steigerwaldstadion stattfinden wird, war über weite Strecken des Spiels alles andere als klar. Die RWE-Truppe, der Neutrainer David Wagner manch überraschend Personalie bereithielt, begann forsch und war speziell in der ersten Halbzeit die durchaus gefährlichere Mannschaft. Keine Überraschung war, dass für die Zeiss-Elf Jo Coppens für die etatmäßige Nummer 1, Raphael Koczor, zwischen den Pfosten stand. Er sollte seine Sache tadellos machen und in der 26. Spielminute seinen Glanzmoment haben, als er einen wunderbaren Kopfball von Erfurts Huth mit tollem Reflex aus dem langen Eck fischte. Mit Ausnahme einer Möglichkeit von Julian Günther-Schmidt nach einer guten Viertelstunde war vom FCC im Spiel nach vorn nur wenig zu sehen. Dennoch sahen die knapp 9.000 Zuschauer bei teilweise strömenden Regen ein intensives Derby, das vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit die in ihm gesetzten Erwartungen erfüllen konnte.

Zunächst sah es so aus, als würden die Gäste aus der Blumenstadt das Zepter weiter in den Händen halten, als es Jena zu Beginn der zweiten Spielhälfte über mehrere Minuten nicht gelang, weg vom Tor zu halten. Doch die Stafette mehrerer Standards in kurzer Folge blieb ohne nennenswerte Torchance. Jena indes war nun präsenter und fortan spielbestimmend und vor allem effektiver als die Gäste. Davud Tuma scheiterte zunächst mit einem Schuss aus der Distanz nur knapp (60.). Kurz darauf brachte Florian Brügmann von der rechten Seite den Ball gefühlvoll auf Julian Günther.Schmidt, der aus Nahdistanz die Nerven behielt und cool durch die Hosenträger von RWE-Schlussmann Klewin zum 1:0 einschob (67.). Der Jubel war kaum verklungen, da nahm sich Tuma wiederholt in einer Einzelaktion ein Herz. Zunächst konnte Klewin parieren, doch gegen den überlegt mit rechts abgeschlossenen Abpraller durch Niclas Erlbeck aus etwa 20 Metern Torentfernung war er machtlos (71.). Der von Menz verwandelte Elfmeter nach Foulspiel Eismanns an Erfurts Razeek in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik (90.).


Trainerstimmen

David Bergner (Erfurt): „Wir haben ein recht rassiges Derby gesehen. Wir wollten auf uns aufmerksam machen, rausgehen und mutig sein. Das haben wir zunächst ganz gut hinbekommen. Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. In der zweiten Halbzeit hatten wir Probleme reinzukommen. Jena hat dann mit dem ersten Torschuss das 1:0 gemacht. Was mir sehr viel Mut gemacht hat – dass wir nach dem 0:2 nicht auseinandergebrochen sind.“

Mark Zimmermann (Jena): „Es war heute extrem schwer für uns. Erfurt hat mit viel Leidenschaft gespielt. Wir sind in der ersten Halbzeit in extrem gefährliche Konter von Erfurt gelaufen. Der Schlüssel zum Erfolg waren dann die beiden Einzelaktionen, die zu unseren beiden Toren geführt haben. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es im Viertelfinale nicht einfacher wird, weil alle Teams im Pokal mit wenigen Spielen viel erreichen können.“

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