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Jena. Unser FC Carl Zeiss Jena kommt am 12. Spieltag der 3. Liga dank des Goldenen Tores von Florian Brügmann (85.) zu einem 1:0-Erfolg gegen den selbsternannten Aufstiegsanwärter F.C. Hansa Rostock. Aufgrund der deutlich größeren Spielanteile – speziell in der 1. Halbzeit – geht der Sieg vollkommen in Ordnung.

Im Vergleich zum Landespokalerfolg gegen Erfurt änderte FCC-Coach Mark Zimmermann seine Startelf auf zwei Positionen: Raphael Koczor rückte anstelle von Jo Coppens wieder in das Tor und Dominik Bock spielte für den angeschlagenen Mannschaftskapitän René Eckardt (muskuläre Probleme) im Mittelfeld. Ebenfalls passen musste Niclas Erlbeck aufgrund eines im Derby erlittenen Pferdekusses. Exakt die gleiche Anfangself wie beim 1:0-Erfolg gegen Aalen schickte Hansa-Trainer Pavel Dotchev auf den Rasen im Ernst-Abbe-Sportfeld. Trotz abgesessener Gelb-Rot-Sperre nahm Bryan Henning hierbei zunächst auf der Bank der Hanseaten Platz.

Bei spätsommerlichen Temperaturen von mehr als 22 Grad verzögerte sich der Anstoß um rund 10 Minuten, weil sich die Einlasskontrollen am Gästeblock in die Länge zogen. Nach 70 Sekunden hatte Manfred Starke, der ehemalige Rostocker auf Seiten unseres FCC, die erste Möglichkeit. Sein Kopfball im Anschluss an eine Flanke von Davud Tuma war jedoch für Hansa-Schlussmann Blaswich kein Problem (2.). Mit dem Selbstbewusstsein aus zuletzt zwei Heimerfolgen in Serie begann unser FCC gegen den Tabellensechsten von der Küste mutig und offensiv. Nach einem Foulspiel von Nadeau an Tuma ergab sich aus 23 Metern eine gute Freistoßmöglichkeit für unseren FCC, doch Slamars Schuss konnte von der Mauer der Hanseaten entschärft werden (8.). Unser FCC störte den Spielaufbau des F.C. Hansa unheimlich früh und provozierte damit Ballverluste der Rostocker bereits tief in der eigenen Hälfte. Was unserem Klub jedoch meist fehlte, um zu echten und zwingenden Torchancen zu gelangen, war die Genauigkeit beim letzten Anspiel. Denn wenn dies gelang, wurde es postwendend gefährlich: Eine Kombination über Löhmannsröben, Bock und Eismann fand Manfred Starke, doch einen Torabschluss konnte die Defensivreihe der Hanseaten im Kollektiv verhindern (20.). Rostock trat erst ab Mitte der ersten Spielhälfte offensiv in Erscheinung. Meist über die linke Seite in Person von Holthaus und Hilßner. Doch gefährliche Aktionen entwickelten die Gäste zunächst keine. Anders auf der Gegenseite, als Schiedsrichter Dr. Thomsen nach einem Foulspiel an Tuma auf Freistoß entschied. Manfred Starke brachte die Kugel von der linken Seite mit Zug in Richtung Rostocker Tor, doch Hansa-Schlussmann Blaswich war mit einer Faust zur Stelle (30.). 5 Minuten vor der Pause profitierte Rostock von einem Ballverlust Jan Löhmannsröbens. Willi Evseev versuchte es aus 20 Metern mit einem Flachschuss, stellte damit FCC-Keeper Raphael Koczor aber vor keine Probleme (40.). Es war der erste und einzige Torschuss der Gäste in Halbzeit 1. Die letzte Möglichkeit der ersten Spielhälfte hatte unser FCC. Julian Günther-Schmidt ließ seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen und zog dann aus 22 Metern ab. Janis Blaswich tauchte ab und fischte die Kugel sicher ab. Und so ging es trotz großer Feldvorteile unseres FCC torlos in die Pause.

Den ersten Torabschluss der zweiten 45 Minuten hatten die Gäste auf ihrer Seite. Eine Ablage von Wannenwetsch nahm Benyamina direkt, verfehlte das Ziel aber deutlich (49.). Und doch war die Aktion ein Fingerzeig für nun etwas aktiver und offensiver agierende Rostocker. Unserem FCC war seinerseits die unheimlich laufintensive Darbietung in den ersten 45 Minuten anzumerken. Hier war klar, dass wir dieses Tempo nicht über die komplette Spielzeit halten werden können. Die erste Jenaer Schusschance in der zweiten Hälfte hatte wiederum Manfred Starke. Seinen Schuss aus 18 Metern zentraler Position konnte Janis Blaswich jedoch entschärfen (62.). 120 Sekunden später drehte sich Starke nach Ballannahme an der Strafraumgrenze und schlenzte das Spielgerät in Richtung langer Ecke. Es fehlten nur Zentimeter zum möglichen Torerfolg (64.). Zehn Zeigerumdrehungen später brachte Florian Brügmann eine Flanke von der rechten Seite in den Rostocker Strafraum. Davud Tuma entschied sich gegen eine Direktabnahme und zog erst im zweiten Versuch ab. Sein Schuss wurde geblockt, der anschließende Fernschuss von Jan Löhmannsröben ging über die Querlatte (74.). Als die Partie in der Schlussphase etwas vor sich hin plätscherte und sich speziell die Gäste offenbar langsam mit einem Unentschieden anfreunden konnten, gab es Einwurf von der rechten Seite. Jan Löhmannsröben schleuderte die Kugel weit in den Strafraum der Rostocker. Der Ball wird abgewehrt und landet direkt vor Florian Brügmann. Der Rechtsverteidiger nimmt sich ein Herz und knallt die Kugel flach links in den Kasten von Janis Blaswich – 1:0! (85.) Vier Minuten später grätscht Jan Löhmannsröben im Mittelfeld einen Rostocker Spieler ab und sieht – nur acht Minuten davor verwarnt – vom Schiedsrichter die Ampelkarte. Eine harte Entscheidung gegen den Jenaer 6er. Der FCC musste folglich die letzten Minuten in Unterzahl überstehen. Klasse unterstützt von 7.000 FCC-Fans unter den mehr als 8.000 Zuschauern ging es in lange vier Minuten Nachspielzeit. Doch Rostock konnte nach einer über lange Strecken passivgeführten Begegnung den Schalter nicht mehr umlegen und so blieb es am Ende beim völlig verdienten 1:0-Erfolg.

Die Stimmen zum Spiel

Pavel Dotchev (Trainer des F.C. Hansa Rostock): „Von unserer Seite gibt es nicht viel zu analysieren. Glückwunsch an Jena. Ein hochverdienter Sieg. Mit etwas Glück hätten wir einen Punkt mitgenommen. Aber wir haben als Mannschaft versagt. So kann man nicht auftreten. Die Mannschaft von Jena hat das sehr einfach gemacht. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen. In der 2. Halbzeit war das Spiel etwas neutraler. Aber es kann nicht sein, dass wir in der Nähe des Tores mit zu viel Hacke und Spitze spielen. Die Mannschaft von Jena hat uns vorgemacht, wie man das machen muss. Diese Niederlage ist vielleicht besser als ein Punkt. Denn so können wir nicht weitermachen. Mir tun die Fans leid, die angereist sind und unsere Leistung heute gesehen haben.“

Mark Zimmermann (Trainer des FCC): „Wir haben über 90 Minuten eine tolle Moral bewiesen. Unsere Chance haben wir darin gesehen, eine spielstarke Rostocker Mannschaft nicht ins Spiel kommen zu lassen. Ich kann mir für Ballbesitz und Schönspielerei in der 3. Liga nichts kaufen. Du musst dich für den Aufwand belohnen. Wir haben das in der 1. Halbzeit sehr gut gemacht, Hansa hat sich in der 2. Halbzeit befreit, ohne dass es große Tormöglichkeiten gab. Wir haben dran geglaubt und uns für den Aufwand in der 2. Halbzeit belohnt. Die Rahmenbedingungen waren perfekt: Geiles Wetter, ein Haufen Zuschauer. So macht es Spaß in der 3. Liga.“

Statistik

FC Carl Zeiss Jena: Coppens – Brügmann, Grösch, Slamar, Cros – Eismann, Löhmannsröben – Bock (63. Sucsuz), Tuma – Günther-Schmidt (79. Wolfram), Starke (87. Dietz)

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus – Bischoff, Wannenwetsch – Alibaz (59. Henning), Evseev, Hilßner (87. Scherff) – Benyamina (79. Bouziane)

Tore: 1:0 Brügmann (85.)

Gelbe Karten: Eismann (19.), Günther-Schmidt (77.), Löhmannsröben (81.)
Gelb-Rote Karte: Löhmannsröben (89.)
Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)
Zuschauer: 8.045.

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