Foto: Ann Bünger. Mit freundlicher Genehmigung.

Vortragsreihe vom 20. Oktober bis zum 5. Dezember 2017 in der Tourist-Information und der Eckermann Buchhandlung Weimar

Weimar. Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts agieren nationalistische Ideologen, Aktivisten und Politiker wieder in aller Öffentlichkeit mit rassistischen Vorstellungen und Konzepten – in Deutschland wie auch in anderen Teilen Europas und der westlichen Welt. Die Palette reicht von vermeintlich harmlosen Tabubrüchen in Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen- Manier oder Ansätzen zur Rehabilitierungvon Begriffen wie „völkisch“ über öffentlich bei Veranstaltungen oder in digitalen Medien verbreitete Hassreden und Gewaltfantasien bis hin zu brutalen Übergriffen und Mordanschlägen auf Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe, Meinung oder sexueller Orientierung.

Noch vor wenigen Jahren schien eine derartige Zahl und Qualität immer neuer Provokationen, Eskalationen und Taten kaum vorstellbar. Sie bedrohen offen die elementaren Grundwerte toleranter demokratischer Gesellschaften. Was macht Rassismus, was macht die pseudowissenschaftliche Lehre von der Ungleichwertigkeit von Menschen heute wieder derart attraktiv – über den rechten Rand hinaus bis weit in die Mitte vermeintlich aufgeklärter Gesellschaften hinein? Wie lässt sich dem entgegenwirken, auch und gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen, welch katastrophale Folgen die praktische Umsetzung rassistischer Konzepte seit dem späten 19. Jahrhundert bereits hatte, gipfelnd in den nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen?

Diesen und weiteren Fragen geht die Vortragsreihe „Rassismus in historischer Perspektive“ zwischen dem 20. Oktober und dem 5. Dezember in der Tourist-Information und der Eckermann Buchhandlung in Weimar nach. Die ersten beiden thematischen Schlaglichter werfen dabei Prof. Dr. Wolfgang Benz (Berlin) und Dr. Jonas Kreienbaum (Rostock) auf Antisemitismus und Antiziganismus sowie auf den Kolonialismus europäischer Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Es folgt die Analyse von Nationalsozialismus und Rassismus durch Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris). Anschließend nehmen Dr. Volker Weiß (Hamburg) und Resa Memarnia (Berlin) die jüngsten Entwicklungen der Neuen Rechten in Deutschland bzw. aktuell wirkende rassistische Mechanismen in den Blick.

Die Veranstaltungen der Reihe

Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Tourist-Information Weimar: Prof. Dr. Wolfgang Benz: Antisemitismus und Antiziganismus seit dem 19. Jahrhundert
Freitag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Tourist-Information Weimar: Dr. Jonas Kreienbaum: Rasse, Raum und Lager: Der europäische Kolonialismus als Vorläufer nationalsozialistischer Politik?
Freitag, 10. November, 20 Uhr, Tourist-Information Weimar: Prof. Dr. Johann Chapoutot: Nationalsozialismus und Rassismus: Ideologie und Verbrechen im Kontext
Freitag, 24. November, 19.30 Uhr, Tourist-Information Weimar: Resa Memarnia: Rassismus in Deutschland – Entwicklungen seit 1990 und gegenwärtige Erscheinungsformen
Dienstag, 5. Dezember, 19 Uhr, Eckermann Buchhandlung Weimar: Dr. Volker Weiß: Die autoritäre Revolte: Die neue Rechte und der Untergang des Abendlandes

Weitere Details finden sich im Faltblatt zur Vortragsreihe sowie auf den Websites der Gedenkstätte Buchenwald unter www.buchenwald.de. Nach ihren Ausführungen stehen die Referenten dem Publikum für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen realisieren die Reihe in Verbindung mit dem Förderverein Buchenwald e. V. und der Stadt Weimar.

Faltblatt Vortragsreihe Rassismus

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