Staatssekretär Sühl übergibt Förderbescheid an die Stadt Gera

Erfurt/Gera. Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft fördert in Gera am Campus Rutheneum einen Erweiterungsbau mit fast sieben Millionen Euro und eine Sporthalle mit 1,28 Millionen Euro. Anlässlich des heutigen Spatenstichs für die neue Turnhalle übergab Staatssekretär Dr. Klaus Sühl den Förderbescheid für den Erweiterungsbau an die Stadt Gera. „Das Campusprojekt Rutheneum nimmt Form an. Es ist gemeinsam gelungen, für dieses Großprojekt, das weit über die Grenzen von Gera hinausstrahlt, die Finanzierungsgrundlage zu legen. Mit den hier geplanten Investitionen wird die Attraktivität von Gera als Wirtschafts- Wohn- und Bildungsstandort erhöht“, sagte Sühl.

Das Goethe-Gymnasium, das derzeit insgesamt 568 Kinder besuchen, bietet als einziges Gymnasium in Thüringen in den Klassenstufen 9 bis 13 einen einzügigen Bildungsgang in den Spezialklassen Musik an. Der Einzugsbereich dieser Klassen ist bundesweit.

Die Fördersumme im Zuwendungsbescheid beträgt 6.967.628 Euro. Für insgesamt circa 9,5 Millionen Euro wird am Standort Burgstraße ein neues Schulgebäude angrenzend an das Reußische Regierungsgebäude entstehen. Der mehrgeschossige Erweiterungsbau beinhaltet neue Klassenräume, Fachkabinette und einen großen Mehrzwecksaal.

„Damit können dann die bisherigen zwei Standorte des drei-zügigen Goethe-Gymnasiums am neuen Campus Rutheneum, hier am Westrand der historischen Altstadt, zusammengelegt werden. Das ist eine große Entlastung für Lehrer und Schüler des Goethe-Gymnasiums. Sie erhalten mit dem Neubau endlich ein Gebäude, das baulich, sicherheitstechnisch und hygienisch alle Ansprüche erfüllt“, sagte Sühl. Der Erweiterungsbau sowie das ehemalige Reußische Regierungsgebäude werden über das zentrale offene Treppenhaus und einen Aufzug in der Pausenhalle über alle Etagen barrierefrei erschlossen.

„Mit fast sieben Millionen Euro fällt die Förderung aus dem Thüringer Schulinvestitionsprogramm höher als üblich aus. Wir wollten es ermöglichen, auch für dieses Großprojekt hohe energetische Ansprüche umzusetzen, die wir immer mit einer 80-prozentigen Förderquote honorieren. Über die im Erweiterungsbau geplante Gebäudetechnik wird sowohl das Reußische Regierungsgebäude als auch die Sporthalle versorgt werden“, sagte Sühl.
In die Turnhalle, deren Spatenstich heute feierlich erfolgte, werden zusätzlich insgesamt zwei Millionen Euro investiert. 1,28 Millionen Euro stammen dabei aus den Städtebaufinanzhilfen des Bundes und des Landes. Ein wichtiger Teil des Campus Projekts ist zudem das leer stehende Reußische Regierungsgebäude, das perspektivisch zu einem Schulgebäude umgebaut werden soll und damit ein zentraler Bestandteil des Campus Rutheneum werden wird. Hier laufen derzeit Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Der Bund hatte dazu 2,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebau“ zur Verfügung gestellt.


Hintergrund zum Schulinvestitionsprogramm

Das fünfjährige Programm (2015-2019) hat ein Volumen von 150 Millionen Euro. „Damit lösen wir seit 2015 den über Jahre entstandenen Investitionstau an den Thüringer Schulen langsam auf. Aufgrund des sichtbar gewordenen, erheblichen Investitionsbedarfs an den Schulen in allen Landesteilen setze ich mich bereits jetzt für eine Fortführung des Schulinvestitionsprogramms ein, um den in dieser Legislaturperiode begonnenen Weg auch über 2019 hinaus erfolgreich fortsetzen zu können. Insbesondere auch der Abbau von Barrieren in unseren Schulgebäuden ist dringend notwendig, denn in Zukunft werden noch viel mehr Kinder und Jugendliche inklusiv beschult. Gute Schulgebäude sind heutzutage wichtige Standortfaktoren. Die erfolgreiche schulische Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen kann nur unter zeitgemäßen und attraktiven Rahmenbedingungen gelingen. Hierfür brauchen wir neben qualifizierten Lehrkräften und guten pädagogischen Konzepten auch moderne und barrierefreie Schulgebäude“, sagte Sühl.

Die Auswahl der geförderten Objekte im Schulbauinvestitionsprogramm erfolgt auf Grundlage der Schulbauförderrichtlinie. Mit ihr werden die Fördermittel zielgenau und nachhaltig eingesetzt. So müssen die Antragsteller nachweisen, dass auch im demografischen Wandel die Schulen bei Neubauten 25 Jahre und bei Sanierungen für die kommenden 15 Jahre ausgelastet sein werden. Ferner sollen die Schulen durch die Sanierung barrierefrei werden, um eine inklusive Beschulung zu ermöglichen. Gefördert werden Sanierung, Umbau, Erweiterung und Neubau von Schulgebäuden und Schulsporthallen.