SoKo „Praxen“ beendet Einbruchserie in Arztpraxen

Erfurt. Im Januar und Februar 2017 stiegen die Einbruchsdiebstähle in Arztpraxen und Physiotherapien sowie Büroräume von Firmen und andere Dienstleistungsunternehmen sprunghaft an. Der örtliche Schwerpunkt der Straftaten lag in der Innenstadt von Erfurt, bei denen in wenigen Wochen mehr als 200 Einzelfälle registriert worden.

Nach der erfolgreichen Arbeit der vorangegangenen Soko „Dämmerung“ hat sich der Erfurter Kripo Chef Kriminaldirektor Zaab dazu entschlossen, erneut eine Sonderkommission zu gründen, um die extrem hohe Anzahl der Einbruchsdiebstähle zu bekämpfen. Eine gewagte und sehr schwierige Entscheidung, angesichts der bereits hohen Belastungen aus dem täglichen Dienst.

Die Sonderkommission hatte bereits während der SoKo Dämmerung erfolgreich mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet, weswegen nun auch die neue SoKo wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls mit den zielgerichteten Ermittlungen beauftragt wurde. So konnte in den letzten sechs Monaten eine Vielzahl von kriminal- und polizeitaktischen Maßnahmen umgesetzt werden.

Nach Beendigung der Arbeit der Soko blieb von den vollendeten 165 besonders schweren Einbruchsdiebstählen und 51 Fällen im Versuch eine Aufklärungsquote von satten 74%. Kripochef Zaab stellte in der Abschlussbesprechung fest, dass die Einbruchserie gestoppt, beendet und aufgeklärt werden konnte. Die Verantwortlichen Hauptdrahtzieher sitzen in Untersuchungshaft.

„Die Entscheidung für eine Sonderkommission war richtig, auch wenn man als Dienststellenleiter weiß, dass überall der Schuh drückt“, so Peter Zaab. Sein Dank gilt ausdrücklich allen eingesetzten Einsatzkräften der Schutz- und Bereitschaftspolizei, insbesondere den Mitgliedern der SoKo und dem Thüringer Landeskriminalamt.

Die Ergebnisse

  • 38 Tatverdächtige im Alter zwischen 19 und 33 Jahren
  • 30 männliche, 8 weibliche Tatverdächtige
  • 13 Untersuchungshaftbefehle
  • Mehrheit wohnhaft in Erfurt
  • viele Durchsuchungen und Sicherstellungen
  • 1.500 Spuren durch das Landeskriminalamt untersucht

Unsere Erkenntnisse

  • große Serie von Delikten
  • keine geregelte Arbeit der Tatverdächtigen
  • alle Verdächtigen beziehen Sozialleistungen
  • Mehrheit drogenabhängig und polizeibekannt
  • Hauptzielrichtung Bargeld und andere wertintensive Gegenstände
  • teilweise Auftragsdiebstähle von Kleinkrafträdern
  • Mehrheit wohnt im Nahbereich der Tatorte

Die Tatmotive

  • Absicherung des Lebensunterhalts
  • Absicherung der Spielsucht
  • Absicherung des Drogenkonsums

Quelle.