Das Foto zeigt die Vertreterinnen und Vertreter des Vereins gemeinsam mit Ministerpräsident Bodo Ramelow, der Präsidentin der Paritätischen BuntStiftung, Evemarie Schnepel, dem Geschäftsführer der Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen, Thomas Wagner und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Hey. Foto: Paritätische BuntStiftung/Frank Diehn

„Gegenzeichen gegen populistische Grundtendenzen“

Jena/Erfurt. „Dieser Film setzt ein Gegenzeichnen gegen Pegida und populistische Grundtendenzen. Er schärft die Wahrnehmung und Toleranz für das Thema Flucht und Vertreibung.“

So begründete die Jury des Thüringer Kinder- und Jugendpreises die Vergabe eines Sonderpreises an das Projekt „Lebenswege“ des Vereins „Initiative kinderfreundliche Stadt“ aus Jena. Die mit 400 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen einer Festveranstaltung in Erfurt von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht. Der Kinder- und Jugendpreis ist eine Initiative der Paritätischen BuntStiftung und der Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen.

Die Projektteilnehmer haben zunächst über Fluchterfahrungen mit Senioren aus Jena gesprochen, dann mit Zeitzeugen der jüdischen Gemeinde Jena, die sie nach ihren Erfahrungen während der Nazi-Diktatur befragten. Ende 2015 trafen sie dann einige Flüchtlingskinder und erkannten Parallelen in den Fluchterlebnissen, die sie von den jüdischen Senioren und den Flüchtlingskindern gehörten.

„Daraus ist ein höchst eindrucksvoller Film entstanden“, hob der Geschäftsführer der Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen, Thomas Wagner, in seiner Laudatio hervor. Und er zitierte einen der Projektteilnehmer, Philipp Matins: „Dieses Projekt führt Betroffene zusammen, die sich in ihrem Alltag sonst nicht begegnen würden: den jugendlichen Flüchtling mit Senioren, die ebenfalls Fluchterfahrungen hinter sich haben.“

Vergeben wurde der Kinder- und Jugendpreis zum achten Mal. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto „Es ist Deine Zukunft – Mitgestalten ist einfach“. Gesucht wurden Projekte zum Thema Wahlen und Demokratie und Vorhaben, mit denen Kindern und Jugendlichen Mitwirkung und Mitgestaltung ermöglicht wird.

„Wer das persönliche Umfeld schon früh mitgestalten kann, wer mitbestimmen kann, wie kindgerecht sein Orts- oder Stadtteil ist, wer spürt, dass seine Stimme zählt – bei dem sind die Grundlagen gelegt, sich auch später in die gesellschaftliche Entwicklung einzubringen. Nicht nur, aber auch bei Wahlen“, plädierte Ministerpräsident Bodo Ramelow für eine möglichst frühe Einbindung von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse. Alle nominierten Projekte atmeten diesen Spirit der Gemeinschaft.

Junge Menschen würden durch die Mitarbeit fit gemacht, sich mit der Demokratie und dem politischen System auseinanderzusetzen und so schon früh zu Mitgestaltern der Gesellschaft.

Die Präsidentin der Paritätischen BuntStiftung, Evemarie Schnepel, nannte die Projekte „Vorbilder für das Engagement von Jugendlichen und Kindern für die Gemeinschaft.“ Und sie fügte hinzu: „Das Mitgestalten von Gesellschaft kann nicht früh genug anfangen.“ Der Geschäftsführer der Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen, Thomas Wagner, ermunterte die jungen Menschen, bei ihrem Engagement durchaus auch unbequem zu sein und gesellschaftliche Zustände und Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. „Das Mitgestalten von Gesellschaft kann nicht früh genug anfangen“.