ANZEIGEN

Die Monatskarten von Schülern und die Schulen in freier Trägerschaft sollen in Jena verstärkt unterstützt werden. Zwei entsprechende Beschlussvorlagen hat Oberbürgermeister Albrecht Schröter gestern in seiner Dienstberatung auf den Weg gebracht. Sie werden jetzt in den entsprechenden Gremien beraten und im Dezember dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Freiwillige Schülerbeförderungsleistungen der Stadt Jena

„Alle Jenaer Schüler sollen die Vorteile der Jenaer Schullandschaftnutzen können. Deshalb darf der Preis der Fahrkarte kein Kriterium für die Wahl einer bestimmten Schule sein”, begründet Albrecht Schröter die Vorlage „Freiwillige Schülerbeförderungsleistungen der Stadt Jena“. Bürgermeister Frank Schenker begrüßt diesen Schritt. „Es ist ein deutliches familienfreundliches Signal. Mit der Bezuschussung der Monatsfahrkarte wird die Schulfreiheit in Jena gestärkt und Ungerechtigkeiten reduziert”, betont er.

Wenn den Stadtrat die Vorlage verabschiedet, gilt die Förderung der Schülerfahrkarte ab dem Schuljahr 2018/19. Sie würde 2018 mit 15.800 Euro zu Buche schlagen. Ein Nachtragshaushalt wäre damit nicht notwendig. Ab 2019 müssten jedes Jahr für die Unterstützung 265.00 Euro eingeplant werden. Die Höhe der Bezuschussung der Fahrkarte soll sich nach Anzahl und Alter der Kinder in einer Familie richten.

Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft

Die Schulen in freier Trägerschaft sind fester Bestandteil des Jenaer Schulnetzes. Sie beschulen rund 1500 Schülerinnen und Schüler und leisten somit einen wichtigen Beitrag für die Jenaer Schullandschaft. Sie finanzieren sich über Gelder des Landes, Elternbeiträge und Eigenleistungen der freien Schulträger. Diese Gelder reichen aber nicht, um die nötigen Ausgaben zu decken. Deshalb haben die freien Schulen die Stadt Jena um finanzielle Unterstützung gebeten.

„Ohne die städtische Hilfe werden die Schulen die bisher noch sozial verträglichen Elternbeiträge anheben. Das hätte eine stärkere Segregation der Schülerschaft zur Folge, was sich negativ auf die staatlichen Schulen auswirken würde”, erklärt Oberbürgermeister Schröter. Bildungsdezernent Schenker fügt hinzu: „Durch die Unterstützung der freien Schulen sichern wir die auf Pluralität, Freiheit, Innovation und Qualität beruhende Jenaer Schullandschaft. Sie ist auch ein wichtiger Aspekt bei der Wahl Jenas als Wohn- und Arbeitsort und damit der Fachkräftegewinnung.”

Die Vorlage „Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft” sieht eine Förderung von 100 Euro pro Schüler und Haushaltsjahr vor. Die Pauschale soll nur für Schüler gelten, die ihren Hauptwohnsitz in Jena haben. Insgesamt müssten für diese Maßnahme rund 150.000 Euro jährlich im städtischen Haushalt eingeplant werden. Im Gegenzug zu der Förderung soll die Stadt Einfluss auf die Aufnahme der Schüler an den Einrichtungen bekommen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere