Die Arbeitsschwerpunkte der Jenaer Stadtentwicklung sind nur noch schwer aus zu machen. Da gibt es doch tatsächlich eine Pressekonferenz, in welcher der Stadtentwicklungsdezernent darüber informiert, dass man demnächst in Jena eine Fläche für den sozialen Wohnungsbau ausschreiben will. Bei solchen Aktionen bleibt mir doch glatt der Mund offen.

Die OTZ titelt heute mit Hinblick auf die Fortschreibung  des Flächennutzungsplanes “Jena ächzt unter dem Mangel an bebaubaren Arealen” und spricht in ihrem Beitrag von einem lauten politischen Signal. Die dort angeführten Antworten einzelnen Stadträte incl. dem Stadtentwicklungsdezernenten Denis Peisker, der es als „so viel Druck auf dem Kessel“ formuliert, lassen meinen Mund auch nicht wieder schließen.

Eine wirkliche politische Einordnung der Entwicklung Jenas fehlt derzeit jedoch völlig. Alle, aber auch alle um uns herum haben mittlerweile neue Stadtentwicklungskonzepte, selbst Apolda. In Jena wurden noch vor zwei Jahren aufwendige Bürgerbeteiligungsprozesse initiiert, eben genau in der Hinsicht, ein solches Konzept (INSEK 2030) auch schnell für Jena zu erarbeiten. Mittlerweile ruht hier der See still, ganz still und vor der Wahl ist hier mit gar nichts mehr zu rechnen.

Alle diese Konzepte sind jedoch nur vorgeschobene Probleme, die letztendlich überhaupt keine sind. Es gibt sowohl genügend Anbieter, die gerne Wohnraum in Jena schaffen würden, dies jedoch nicht dürfen. Die Jammerpolitiker im OTZ Beitrag sollten sich auch selber fragen, wie sie erst noch vor wenigen Wochen einen Bebauungsplan für Wohnungsbau beschlossen haben, diesen wieder aufzulösen und jetzt jammern, dass uns Flächen fehlen. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern das sind schlicht Lügen! Aber weshalb lügen uns die Politiker in Jena an?

Weshalb ist es in der Stadt Jena mittlerweile leichter, etwas nicht voran zu bringen, als etwas voran zu bringen? Liegt es wirklich nur am fehlenden Willen oder liegen die Fähigkeiten einfach nicht mehr vor? Öffentlich antwortet auf solche Fragen niemand mehr aus der Stadtspitze. Auch ist es dafür, dass im Frühjahr Oberbürgermeisterwahlen sind, erstaunlich ruhig. Im Internetzeitalter incl. SocialMedia würde man erwarten, dass hier die OB Kandidaten bereits hoch aktiv sind. Sind sie jedoch nicht! Weshalb nicht? Haben sie nichts zu sagen? Fehlt ihnen vielleicht völlig eine Idee für Jena oder ist es wirklich alles so in Ordnung, wie man es immer wieder gerne scheinen lassen mag?

Fest steht dabei in Jena nur eins. Jena will gar keine Schwarmstadt mehr sein! Selbst die aktuelle Statistik untermauert, das Jena nicht mehr wächst. Die Menschen haben es also schon verstanden. Sie machen um Jena einen immer größeren Bogen. Was will man hier auch noch. Es gibt nur noch wenig bezahlbaren Wohnraum, zu wenig Kita-und Schulplätze und die Kosten sind letztendlich einfach zu hoch. Und für die Bürger, die noch hier wohnen, wird es immer schwieriger, die hohen Kosten meistern zu können.

Ein politischer Ausweg ist derzeit nicht in Sicht. Die SPD hat mit seinem Oberbürgermeister Schröter und der Koalition (CDU und Grüne) die Stadt für viele unbezahlbar gemacht. Ich hatte bereits vor vielen Jahren geschrieben, dass OB Schröter die Stadtentwicklung zur Chefsache machen sollte. Hat er nicht und jetzt haben wir den Salat! Er hat lieber die Bürgerbeteiligung abgeschafft, nur teuren Wohnraum zugelassen, bekommt wichtige Strukturprojekte nicht auf die Reihe und begibt sich mit seinen Eigenbetrieben immer mehr zurück in alte DDR Zeiten. Ach nein, das wäre ja noch ein Lob, jedenfalls das mit der DDR.:-)

Wir sollten jetzt ganz laut über die anstehenden OB Wahlen nachdenken und vor allem auch in welcher Stadt wir eigentlich leben wollen! Wo ist ihre Vision Herr Oberbürgermeister? Die Lichtstadt kann es ja wohl nicht sein! Das ist keine Vision, sondern nur plumpes Marketing!

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