Anfang dieses Jahres wurde der Kommunalservice Jena (KSJ) mit der Übernahme der Beantragung, Genehmigung und Kontrolle von Plakatierungen, Großwerbetafeln und Bannern beauftragt. In einem weiteren Schritt wurden zwei Satzungen erarbeitet, die sogenannte Sondernutzungen der Straßen thematisierten. In mehrfacher Überarbeitung wurde die Beschlussvorlage 17/1430-BV verschiedenen Ausschüssen vorgelegt. Dabei kam es zu kontroversen Diskussionen, in deren Folge der Kommunalservice die Vorschläge der Stadträte einarbeitete. Am 13. Dezember soll der Stadtrat über die Satzungen für die Sondernutzung und deren Gebühren entscheiden. Zuvor tagt am 22. November der KSJ-Werkausschuss des Stadtrates über die entsprechenden Beschlussvorlagen in nicht-öffentlicher Sitzung.

Für die kontrollierte Anbringung von Plakaten sollen zudem „Montagepunkte für Veranstaltungs- und Imagewerbung an Lichtmasten“ installiert werden [17/1553BV]. Andere Regelungen wie für das Aufstellen von Sonnenschirmen, Beachflags, Blumenkübeln und Stifterbänken oder beispielsweise Werbung an Bauzäunen und Brücken wurden getroffen, da diese eine genehmigungs- und zum Teil gebührenpflichtige Sondernutzung der Straßen und Plätze der Stadt darstellen.

Ausdrücklich nicht erwähnt – und damit anmelde- und gebührenfrei – sind sogenannte Liebesschlösser. In einigen Städten – wie Paris oder Köln – gab es Probleme mit den stählernen Liebesbeweisen. So brach 2014 ein Teil des Brückengeländers der Pont des Arts in Paris unter der Last zusammen. In Erfurt wurden nur zwei Orte für das Anbringen der Liebesschlösser erlaubt.

Der Eigenbetrieb KSJ zeigt ein Herz für Liebende: In der Stadt der Frühromantik dürfen Liebende weiterhin ihre Liebesschlösser an Brücken anbringen.