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pbr gewinnt Architekturwettbewerb

Jena. Der Gewinner des Architekturwettbewerbs für den Neubau der Bibliothek und des Bürgerbüros der Stadt Jena auf dem Engelplatz steht fest. Die pbr AG, Niederlassung Jena, und Stock Landschaftsarchitekten aus Jena konnten mit dem gemeinsamen Entwurf überzeugen.

Die Stadt Jena beabsichtigt die Errichtung eines Neubaus für die Ernst-Abbe-Bibliothek und Räumlichkeiten für einen zentralen Bürgerservice. Hierzu lobte sie mit Beginn des Jahres 2017 einen zweiphasigen offenen hochbaulichen und freiraumplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb aus, an dem 70 Teams aus Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Österreich teilnahmen. Ob der Siegerentwurf umgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Innerhalb eines Verhandlungsverfahrens wird der Stadtrat in den kommenden Monaten die drei besten Entwürfe im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prüfen.

Wiederherstellung funktionierender Stadtstruktur

Die Architekten von pbr sehen den Neubau der Stadtbibliothek und des Bürgerservice als städtebauliche Möglichkeit einer Akzentuierung und Adressbildung für das neue Kultur- und Bildungsquartier der Stadt Jena.

Gleichzeitig bietet sich der Stadt Jena mit dem Neubau die Chance, die Eigendarstellung in eine kulturell lebendige und moderne Metropole zu verändern. In dem Entwurf von pbr werden durch das neu zu schaffende Ensemble die historisch gewachsenen Quartiersstrukturen mit Straßenaufweitungen und Plätzen, die zu Zeiten kommunistischer Diktatur partiell aufgebrochen wurden, repariert und zu einer funktionierenden Stadtstruktur vervollständigt. So ergänzt das neue Ensemble nicht nur die Blockränder im Norden und Osten, sondern definiert auch die Quartiersabschlüsse im Westen und Süden. Gleichzeitig realisiert der Neubau die Raumkanten zur Kulturarena und zum Engelplatz.

Reaktion und Aktion

Der Entwurf von pbr folgt hinsichtlich seiner Umgebung dem Prinzip Reaktion und Aktion. So umspielt dieser den angrenzenden Bestand des Realisierungsgebiets, schließt an entscheidenden Punkten an und lässt gleichzeitig genügend Raum für Interaktion im Freiraum. Dabei nimmt der Neubau die Höhenbezüge zur Nachbarschaft auf.

Neue Aufenthaltsqualität

Eine entscheidende Bedeutung wurde im Entwurf der Reanimierung des Engelplatzes beigemessen. Ziel ist es, den Platz wieder als öffentlichen Raum wahrzunehmen und eine hohe Aufenthaltsqualität zu erzielen, da sie dieser wichtigen Schnittstelle in der Stadt angemessen ist. So soll der Engelplatz durch unterschiedlichste Aktionen bespielbar bleiben und als temporäre Aufstellfläche für die Kultuarena dienen. Dabei wird für die Kulturarena im Nordwesten des Platzes ein Eingangs- und Funktionsgebäude an der Südgrenze des Platzes vorgeschlagen, das die eigentliche Arenafläche räumlich vom Engelplatz trennt und eine neue Raumkante bildet.

Stringenz und Lebendigkeit in der Fassade

Der Entwurf von pbr sieht vor, die Stadtbibliothek und das Bürgerbüro sowohl funktional als auch städtebaulich als homogene Einheit wahrnehmbar zu machen. Die Fassade ist geprägt durch eine vertikale Lamellenstruktur in Stahlbetonbauweise mit Muschelkalkzuschlag, die in ihrer rhythmischen Reihung vor der eigentlichen Gebäudehülle schwebt, sowohl Stringenz als auch Lebendigkeit vermittelt und eine dauerhafte und zugleich ortstypische Ausbildung verspricht.

Flexibilität und wertige Atmosphäre im Innenraum

Für den Innenraum ist ein Höchstmaß an Flexibilität in der Nutzung vorgesehen, die kommunikative Strukturen hervorbringt und eine synergetische Vernetzung verschiedener Funktionsbereiche ermöglicht.

Einrichtungen, die ein hohes Maß an Öffentlichkeit verlangen und unabhängig vom Bibliotheksbereich nutzbar sein müssen, sind im Erdgeschoss vorgesehen. Das Obergeschoss hält Flächen für die Bibliotheksbereiche und Spielraum für Interaktion und individuelle Entfaltung bereit. Mit seiner Dachterrasse lädt das Obergeschoss dazu ein, das Geschehen in der Kulturarena zu verfolgen.

Begründung der Jury

Die Arbeit von pbr erfasse alle angebotenen Baufelder und leiste damit einen Beitrag zur Stadtreparatur. Flexibel nutzbare Grundrisse überzeugen zusammen mit dem funktionellen und effektiven Raumprogramm. Mit seiner dezenten und zugleich eigenständigen Fassade schaffe der Bau seine ganzheitliche öffentliche Wahrnehmung.

Quelle: Kuhl|Frenzel GmbH & Co. KGOsnabrück, 14. November 2017

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