Erfurt. Die gestern vom Land Brandenburg getroffene Entscheidung, künftig alle Grundschullehrer schon beim Berufseinstieg nach A13 zu besolden, lobt der tlv thüringer lehrerverband. Gleichzeitig mahnt er, dass Thüringen den Anschluss nicht verlieren darf.

„Wir freuen uns für die Kolleginnen und Kollegen in Brandenburg“, so der tlv-Landesvorsitzende Rolf Busch. „Diese Entscheidung würdigt die Arbeit und das Engagement an den Grundschulen in angemessener Weise.“ Für Thüringen bedeute dieser Schritt jedoch künftig noch mehr Konkurrenz im Wettbewerb um die Absolventen. „Jeder Schritt, den die anderen Länder unternehmen, um den Lehrerberuf wieder attraktiver zu machen, wirft uns ein Stück zurück.“

Busch bemängelt, dass in Thüringen momentan gerade erst über einen Einstieg auf der Stufe A12+ diskutiert wird. „Noch ist nicht klar, ob, wann und wie das tatsächlich Realität wird. Und wenn, dann geht es nur um die Regelschullehrer. Von unseren Grundschullehrern ist bislang keine Rede.“ Angesichts dessen, was in anderen Ländern passiere, sei dies „geradezu lächerlich“.

„Wieder einmal hat die Zeit die Bildungspolitik in Thüringen überholt“, resümiert Busch. Die Verantwortlichen müssten endlich erkennen, dass der Preis für die Föderalismusreform nun einmal in einem stärkeren Wettbewerb bestehe. „Auch hier in Thüringen ist die Einstiegsbesoldung nach A13 für alle Lehrpersonen schon lange überfällig.“