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Gera. Die Standortsuche für ein neues Freibad in Gera kommt voran: In einem mehrstufigen Verfahren hatte die Stadtverwaltung zunächst 28 Standorte geprüft. Im Zuge der weiterführenden Untersuchungen kamen elf potentielle Standorte in die nähere Prüfung, von denen jetzt vier dem Stadtrat vorgeschlagen werden: der Güterbahnhof am Hauptbahnhof, die Wiese am Gessenbach (Bahnbogen), der Pfortener Berg und das Sommerbad im Hofwiesenpark. Vorzugsstandort aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Wiese am Gessenbach.

Zunächst werden sich die Fachausschüsse für Bau, Umwelt, Verkehr und Liegenschaften am 27. November, der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport am 28. November sowie der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung am 30. November mit den Freibad-Plänen beschäftigen, bevor sich der Stadtrat am 7. Dezember mit der Standortsuche befasst.

Eine Chance, ein neues Freibad zu errichten, ergibt sich aus der Sportstättenbauförderung des Landes, wobei nach Auskunft des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport ein Freibad in Gera gelistet sei. Avisiert ist ein Fördersatz von bis zu 80 Prozent für den sportfachlichen Bedarf wie z. Bsp. Sportbecken und Lehrschwimmbecken. Die Inanspruchnahme dieser Mittel ist nur bis zum Jahresende 2019 möglich.

„Aus den Bürgerumfragen weiß ich, dass viele Einwohner sich ein Freibad in unserer Stadt wünschen, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder dem Fahrrad erreichbar ist. In den Stadtratsbeschlüssen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept GERA2030 und zur Anpassung des Sportentwicklungsplanes ist festgeschrieben, dass die Standortuntersuchung für ein neues Freibad bis zum Jahr 2020 erfolgen soll. Wir liegen jetzt also sehr gut im Zeitplan und sollten die Chance, die sich aktuell eröffnet hat, nutzen“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn.

In der Beratungsvorlage für die Stadtratssitzung am 7. Dezember wird vorgeschlagen, im Jahr 2018 dem Stadtrat einen Vorschlag zu einem realisierbaren Freibadstandort zu unterbreiten. Für die Fachplanung und gegebenenfalls das Gutachten sind rund 50.000 Euro veranschlagt. Die sportfachliche Eignung soll von einem Freibadplaner bewertet werden.

Ebenfalls ergänzende Untersuchungen z.B. für die Wasserversorgung können nötig werden. Die Sportfachplanung soll standortbezogenene Aussagen zur Ausstattung des Freibades sowie eine Kostenschätzung zu Bau und Betrieb treffen.

Gera hatte mit dem Sommerbad seit den 1920-er Jahren ein zentral gelegenes städtisches Freibad. Die stark verschlissene Anlage wurde 2005 geschlossen. Damaliges Ziel war, an gleicher Stelle ein neues Freibad zu errichten. Dazu sollten die Funktionsgebäude bis zur Bundesgartenschau 2007 als erster Bauabschnitt gebaut werden, zur BUGA genutzt werden und nach der Gartenschau mit Badeanlage und Freiraum vervollständigt werden.

Damit hätte Gera ein modernes Freibad am angestammten Standort und als Bestandteil des Hofwiesenparks gehabt. Nach der BUGA gab es die politische Entscheidung, den bisherigen Standort nicht weiter zu entwickeln, sondern ein kleinflächiges Freibad als funktionelle Ergänzung zum Hofwiesenbad zu bauen. Die beabsichtigte Errichtung mit einem privaten Investor konnte allerdings nicht realisiert werden. Mittlerweile ist der Bestandsschutz des alten Sommerbades erloschen, so dass die Privilegierungen eines Altstandortes, u.a. hinsichtlich Schallimmissionen und Stellplätzen, nicht mehr greifen. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist der Standort aufgrund des geringen Abstandes zur Wohnbebauung Am Sommerbad nicht mehr genehmigungsfähig. Der Abstand beträgt teilweise weniger als 30 Meter.

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