Etwa 300 Mitglieder des FC Carl Zeiss Jena folgten den Rechenschaftsberichten von Aufsichtsrat und Präsidium und entlasteten die Vereinsgremien / GmbH stellt Zahlen vor

Etwa vier Stunden dauerte die diesjährige Vollversammlung des FC Carl Zeiss Jena e.V., die nach einjähriger Unterbrechung dieses Mal wieder an traditioneller Stelle in der Zeiss-Mensa an der Tatzendpromenade stattfand.

307 Stimmberechtigte der derzeit 3.960 Vereinsmitglieder folgten der Einladung des Clubs. Nach der Begrüßung durch den Vereinspräsidenten Klaus Berka übernahm Andreas Wiese, wie auch schon in den Vorjahren, die Versammlungsleitung. Nach den Rechenschaftsberichten Klaus Berkas und des Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Obitz wurden sowohl Präsidium als auch Aufsichtsrat mit deutlicher Stimmenmehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder für ihre ehrenamtliche Arbeit des letzten Jahres entlastet.

Vereinspräsident Klaus Berka, aus dessen Händen FCC-Trainer Mark Zimmermann unter großem Applaus die Auszeichung mit der Goldenen Ehrennadel des FCC entgegennahm, konnte für den e.V. ein positives Ergebnis vermelden. Anstelle der 80.000 EUR Verlust des Vorjahres, weist das letzte Geschäftsfjahr ein Plus von 60.000 EUR aus. Hierbei wurde insbesondere die geleistete Arbeit der FCC-Fußballschule mit ihren vielfältigen Angeboten gewürdigt.

Chris Förster, Geschäftsführer der FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH, nutzte die Mitgliederversammlung, um den Vereinsmitgliedern die Zahlen der GmbH vorzustellen. Nach einem Verlust im Vorjahr von 933.000 EUR konnte die FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH das abgelaufenen Geschäftsjahr der Saison 2016/17 mit einem Plus von 538.000 EUR abschließen.

Die Umsatzerlöse fielen mit 3,3 Mio. EURO um 200.000 EUR geringer als geplant aus, lagen aber auch 200.000 EUR über dem Vorjahresergebnis.

Die Personalausgaben der GmbH – diese beinhalten Spieler- wie Angestelltengehälter gleichermaßen – lagen mit 2,3 Mio. EUR 350.000 EUR über den Planungen. Das ist eine Steigerung um 300.000 EUR im Vergleich zum Vorjahr. Einer der maßgeblichsten Gründe dieses Zuwachses lagen im sportlichen Erfolg der Vorsaison und der damit verbundenen Prämienentwicklung.

Ebenfalls über den Planungen lagen mit 2,2 Mio. EUR die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die Gründe für den Mehraufwand von etwa 600.000 EUR liegen vor allen Dingen in den entstandenen Mehrkosten für den Spielbetrieb (Aufwendungen für Flutlicht bzw. Zusatztribünen im DFB Pokal und Aufstiegsspiel).

Dass am Ende dennoch ein Jahresüberschuss zu Buche steht, ist dem Darlehensverzicht des Gesellschafters Roland Duchatelet (Staprix) in Höhe von 2 Mio. EUR zu verdanken. Der Darlehensverzicht ist mit einem Besserungsschein ausgestattet, was bedeutet, dass die GmbH erst dann zur Rückzahlung verpflichtet ist, wenn nachhaltig Gewinne erwirtschaftet und zudem ein Bilanzgewinn von 2,0 Mio. EUR ausgewiesen werden. Erst danach würde ein Drittel weiterer möglicher Jahresüberschüsse zur Tilgung verwendet. Noch etwa 800.000 EUR an Kreditzusagen sind für die GmbH abrufbereit.

Da der Darlehensstand beim Gesellschafter Roland Duchatelet nach dessen Darlehensverzicht bei 1,2 Mio. EUR liegt, und die Liquidität der GmbH derzeit 600.000 EUR beträgt, ist die GmbH derzeit mit 600.000 EUR überschuldet. Mit Stand 30. Juni 2017 betrug das Eigenkapital der GmbH 68.000 EUR.

Neben den erfolgten Entlastungen von Präsidium (bei nur einer Gegenstimme) und Aufsichtsrat (bei nur zwei Gegenstimmen) stand mit der Wahl des Wahlausschusses der für die meisten Mitglieder sicher spannendste Tagesordnungspunkt an. Nach einer kurzen Vorstellung der insgesamt sieben Kandidaten für das fünfköpfige Gremium des Wahlausschusses wurde über die einzelnen Kandidaten in einer geheimen Wahl abgestimmt. Demnach setzt sich der Wahlausschuss, der u.a. für die Kandidatenkür des Aufsichtsrates verantwortlich zeichnet, zusammen aus Olaf Albrecht, Jörg Dern, Mike Ukena, Frank Jauch und Thomas Petzold. Das langjährige Wahlausschussmitglied Christa Jatho schied aus dem Gremium aus. Sie hatte nicht wieder kandidiert. Ebenfalls nicht mehr im Wahlausschuss vertreten ist Rainer Zipfel. Er konnte wie auch Kandidat Florian Michaelis nicht genügend Stimmen auf sich vereinen.

Einstimmig wiedergewählt wurde Peter Voß als Vorsitzender des Disziplinarausschusses.

Ebenfalls zu befinden hatten die anwesenden Mitglieder über den Antrag des Präsidiums für eine moderate Anhebung der Mitgliedsbeiträge, der am Ende eine deutliche Mehrheit des Plenums erhielt. Demnach wird der Monatsbeitrag für passive Vereinsmitglieder von 6,50 EUR auf 8 EUR, für Schüler, Rentner und Studierende von 3 EUR auf 4 EUR, und für Kinder bis 14 Jahre von 1,50 EUR auf 2 EUR erhöht.