»GEFANGEN UNTER HITLER. Politische Häftlinge im Erfurter Gefängnis 1933-1945«
Erfurt. Vergilbte Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen Gesichter, in denen sich große Gegensätze spiegeln: Da ist die fröhliche Erna Bechstein, die als Zeugin Jehovas den Hitlergruß verweigert und deswegen ins Erfurter Gefängnis und in mehrere Konzentrationslager muss. Wie durch ein Wunder überlebt sie den NS-Terror, nach 1945 übersiedelt sie in die Bundesrepublik. Da ist der steif und förmlich wirkende Dr. Alfred Ruckert, NSDAP-Mitglied, Amts- und Gefängnisarzt, der sich für Krebsvorsorge einsetzt, aber auch Häftlinge zwangssterilisieren lässt. Gleich daneben hängt das Porträt des Theaterschauspielers Fritz Rothenburg, der wegen § 175 inhaftiert wird und die Gefängnisbibliothek betreut.

Er versorgt jugendliche Widerständler mit guten Büchern und erleichtert ihnen damit die Zeit hinter Gittern. Im Sommer 1944 verliert sich seine Spur… Diese und andere berührende Geschichten erzählt die neue Ausstellung zur Hausgeschichte

GEFANGEN UNTER HITLER. Politische Häftlinge im Erfurter Gefängnis 1933-1945. Die Kuratoren Dr. Jochen Voit und Stefan Hellmuth haben sich gefragt: Waren Gefängnisse im »Dritten Reich« wirklich normale Gefängnisse? Wer wurde weswegen eingesperrt? Und wie sah der Gefängnisalltag aus Das Ergebnis der Recherchen ist nun im Untergeschoss der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße zu sehen, modern und ästhetisch ansprechend gestaltet. Porträtiert sind neben Häftlingen auch Wachleute und Justizangestellte.

Auf dem Fußboden zeigt ein Stadtplan ausgewählte Erfurter Unterdrückungsorte. Wer eine abweichende politische Meinung vertrat, wer als »fremdvölkisch« oder homosexuell galt, konnte inhaftiert werden: Allein im Erfurter Gefängnis landeten Hunderte Frauen und Männer, nur weil sie dem Weltbild der Nationalsozialisten nicht entsprachen.

Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung am 1. Dezember 2017 17 um 11:00 Uhr in den Kubus der Andreasstraße ein. Zur Matinee gibt es filmische Miniaturen zum Thema, eine Live-Darbietung ehemals verfemter Musik sowie eine Kuratorenführung durch die Ausstellung. Der neue Ausstellungsbereich wurde freundlicherweise gefördert durch Lottomittel der Thüringer Staatskanzlei.

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