Jena/Weimar. Die Jazzmeile bietet am 27. & 28. November zwei Kooperationsveranstaltungen mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen an.

Luther in den Jazz übersetzt: Lesung & Konzert

Montag, 27. November 2017, 19:00 Uhr
Kulturzentrum Mon Ami, Weimar

„Hier stehe ich und kann nicht anders!“
Martin Luther, Martin Luther King und die Musik

Ekkehard Wölk & Ensemble Luther in den Jazz übersetzt
Mitveranstalter und Kooperationspartner der Jazzmeile Thüringen: Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen

Eintritt: frei

Ekkehard Wölk, Klavier
Jörn Henrich, Bass
Andrea Marcelli, Schlagzeug

Auch im Jazz sind Spiritualität und Religiosität immer wieder Inspirationsquellen für kreative Prozesse. Der Berliner Pianist Ekkehard Wölk interpretiert Lieder und Choräle von Martin Luther mit einer eigenen Handschrift und vielen eigenen Klangvorstellungen. Das Programm “Luther in Jazz” wurde am 11. Februar von Deutschlandradio Kultur in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem mitgeschnitten.

500 Jahre Reformation. Im Mai 1517 schlug Martin Luther bekanntlich seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Ab 1523 hat Luther dann seine ersten Gesangslieder für den Gottesdienst komponiert, die später als Grundlagen für zahlreiche Bearbeitungen anderer Komponisten gedient haben. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang Heinrich Schütz, vor allem aber auch Johann Sebastian Bach, dessen Kantaten häufig auf Luther-Chorälen basierten.

“Es handelt sich ja um sehr vertraute Melodien”, betont der Pianist Ekkehard Wölk, “Melodien, die zum kulturellen Kanon gehören, egal welcher Konfession man angehört”. Wölk habe es gereizt, diese Melodien noch einmal neu zu reflektieren und mit Re-Harmonisierungen, besonderen Rhythmisierungen und Jazz-Improvisationen neu zu interpretieren. Und nicht zuletzt durch die Instrumentierung – mit Schlagzeug, Bass, Klavier & Cello bzw. Saxofon – ergeben sich hier sehr vielfältige Klangfarben.


Martin Luther King, Jr. hat sich in seinem Engagement für die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA und in seinem gewaltfreien Widerstand gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit ausdrücklich auf seinen Namenspaten bezogen. Er folgte seinem Gewissen so, wie es Martin Luther vor dem Reichstag in Worms getan hatte. Der Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit ist als wichtige Traditionslinie der Reformation über Jahrhunderte lebendig geblieben und spiegelt sich nicht zuletzt im Medium Musik wider.

Das Buch spannt einen Bogen vom gesellschaftlich-emanzipatorischen Potenzial der Reformation über die revolutionäre Wirkung der Musik Johann Sebastian Bachs bis hin zur schwarzen Protestbewegung, die Jazz als bedeutenden Teil ihrer politischen Gegenbewegung
begriff.


Prof. Dr. Michael Haspel ist Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen und apl. Professor für Systematische Theologie der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Peter Reif-Spirek Sozialwissenschaftler, stellv. Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. Zahlreiche Veröffentlichungen
zu Fragen des Rechtsextremismus, der Gedenkstättenarbeit und des DDR-Antifaschismus.


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