Von Michael Sander - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2533750

Masterplan zeigt Wirkung

Erfurt. Das Unternehmen K+S hat sich in einem außergerichtlichen Vergleich mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) darauf festgelegt, spätestens 2021 die Versenkung von Salzlauge in den Untergrund einzustellen. Zudem verzichtet K+S auf bis zu eine Million Kubikmeter des genehmigten Versenkvolumens und wird auch nach Auslaufen der geltenden Genehmigung keinen neuen Versenkantrag mehr stellen. Dafür zieht der BUND seine Klage und den darauf gestützten Eilantrag gegen die bestehende Versenkerlaubnis zurück.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Das ist heute ein weiterer wichtiger Schritt für Umwelt und Naturschutz in Hessen und Thüringen. Mit dem klaren Bekenntnis von K+S ist 2021 endlich Schluss mit der Versenkung von Salz in den Untergrund und der Gefährdung unserer Grundwasserressourcen.“

Damit wird der Masterplan Salzreduzierung weiter Schritt für Schritt umgesetzt, der unter Vorsitz des Thüringer Umweltministeriums mit viel Engagement aller Beteiligten auch in Hessen seit Ende 2015 eine neue Richtung vorgegeben hat. Dazu gehört auch, dass im Januar 2018 die erste Maßnahme des Masterplans Salzreduzierung, nämlich der Bau und die Inbetriebnahme einer Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage (KKF-Anlage), vollständig umgesetzt sein wird. Mit dem Masterplan Salzreduzierung war es gelungen, verbindliche Zielwerte für Werra und Weser bis 2027 festzusetzen. Aktuell wird dessen Umsetzung in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Länder mit K+S unter dem aktuellen Vorsitz Bremen vorangetrieben.

„Ich bin sehr froh, dass mit Herrn Dr. Lohr dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Kali+Salz AG, eine verbindliche Kooperation mit dem Unternehmen möglich wird. Die Gespräche der letzten Jahre zwischen den Bundesländern und Kali+Salz waren sehr intensiv. Der Einsatz hat sich gelohnt. Der Schutz unseres Grundwassers hatte immer höchste Priorität bei allen Gesprächen. Wir kommen unseren Ziel die Salzlasten der Werra / Weser deutlich zu reduzieren Schritt für Schritt näher“, so Umweltministerin Siegesmund.


Hintergrund:

Bei der technischen Aufbereitung der Salze fallen hoch-konzentrierte Salzabwässer an, die in die Werra eingeleitet und seit 1929 auch in den tieferen Untergrund (Plattendolomit) versenkt werden. Es wurde festgestellt, dass die versenkten Salzabwässer nicht vollständig im Untergrund verbleiben, sondern im Untergrund sich ausbreiten und in bestimmten Bereichen wieder in die oberen Bodenschichten aufsteigen. Das hat in einigen Bereichen zu Beeinträchtigungen der Trinkwassergewinnung geführt und verstößt gegen den Grundwasserschutz. Mit dem Erlaubnisbescheid des Regierungspräsidiums Kassel von Ende 2016 wurde dem Unternehmen eine letztmalige Erlaubnis zur Nutzung der Versenkung bis Ende 2021 erteilt.
Der „Masterplan Salzreduzierung“ legt für die Pegel Gerstungen und Boffzen „Zielwerte“ fest, die bis 2027 zu erreichen sind. Zugleich sieht er die Umsetzung der drei Maßnahmen „Bau und Inbetriebnahme einer Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage (KKF-Anlage)“, „Einstapeln und Versatz unter Tage“ sowie eine „Haldenabdeckung“ vor.