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Prominente Boxer tauchen in Akten auf

Erfurt/Berlin. In den Ermittlungsakten zur armenischen Mafia-Schießerei in Erfurt taucht der Name des bekannten Berliner Boxers Karo Murat auf. Laut den Akten, die MDR THÜRINGEN vorliegen, ist das Thüringer Landeskriminalamt dem Verdacht nachgegangen, dass er im Juli 2014 am Tatort gewesen sein könnte. Unter anderem wurde bei den Ermittlungen seine Handynummer in einer Auswertung aller am Tatort eingeloggten Mobilfunkgeräte entdeckt. Zudem wurde auch ein auf ihn zugelassenes Auto mit Berliner Kennzeichen zum Tatzeitpunkt in Erfurt erkannt. In einer Zeugenvernehmung einige Tage nach der Schießerei, hielten ihm die LKA-Fahnder vor, dass er auf dem Video einer Überwachungskamera bei dem Vorfall zu sehen sei. Boxstar Karo Murat bestritt in der Vernehmung, am Tatort gewesen zu sein und behauptet, sich zum Zeitpunkt der Schießerei in Berlin aufgehalten zu haben.

Dafür gab sein Bruder Koko zu, an dem fraglichen Abend nach Erfurt gekommen zu sein. Koko Murat, der ebenfalls Boxer ist, gab an, den Betreiber eines Erfurter Altstadt-Restaurants besucht zu haben. Dabei handelt es sich um jenes Restaurant, das Schauplatz des mutmaßlichen Mafia-Überfalls vor wenigen Wochen war. Später an dem Abend im Juli 2014 will Koko Murat an der Spielothek, dem Tatort der Mafia-Schießerei, gewesen sein. Doch an die genauen Umstände konnte er sich in seiner Vernehmung bei der Polizei nicht erinnern. Das Landeskriminalamt leitete 2014 trotzdem ein Verfahren gegen Karo Murats Bruder wegen Verabredung zu einem Verbrechen ein. Seine Wohnung wurde durchsucht und ein Auto, das auf seinen bekannten Boxer-Bruder zugelassen war, vorübergehend beschlagnahmt. Das Ermittlungsverfahren gegen Koko Murat wurde später eingestellt.

Der prominente Boxer Karo Murat wurde im April dieses Jahres bei einem Boxkampf, bei dem er Gast war, von mehreren Männern in eine handfeste Schlägerei verwickelt. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen waren unter den Angreifern auch mehrere Personen, die bei der Mafia-Schießerei vor drei Jahren dabei waren. Die Murat-Brüder erklärten auf Anfrage, dass nichts der Wahrheit entspreche und man deshalb jede Stellungnahme verweigere.

Zudem gibt es Verbindungen aus Erfurt zur „Abraham Boxsport GmbH“, die dem Boxer Arthur Abraham und seinen beiden Brüdern gehört. Auf Alexandr Abraham sind zwei Handy-Nummern zugelassen, die von zwei Männern genutzt wurden, die beide in die armenische Mafia-Schießerei verwickelt waren. Einer dieser Männer wird beschuldigt, eine große Lieferung Falschgeld aus Italien nach Erfurt gebracht zu haben. Bei den Abhöroperationen stellte das LKA fest, dass die Handys auf den Abraham Bruder unter der Firmenadresse der Abraham-Boxsport-GmbH gemeldet sind. Arthur Abraham ließ mehrfache Anfragen sowohl direkt an ihn, als auch an seine Anwaltskanzlei, unbeantwortet.

Ausführliche Informationen finden Sie unter www.mdr.de/thueringen und ab 20:45 im MDR-Fernsehen: Exakt – Die Story „Unsichtbare Kartelle – die Mafia in Mitteldeutschland“

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