Dresden. Am Dienstag, dem 28. November 2017, bestätigte der Stadtrat in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Tourismus im Wesentlichen den Fördervorschlag der Kulturverwaltung für die freie Kulturszene. Damit reicht die Landeshauptstadt Dresden im Jahr 2018 eine institutionelle Förderung aus kommunalen Mitteln mit einem Gesamtvolumen von 3,78 Millionen Euro aus. Hinzu kommen 466 000 Euro Projektförderung.

Weitere 2,97 Millionen Euro, die im Jahr 2017 an das Heinrich-Schütz-Konservatorium ausgereicht wurden, fließen ab 2018 als Zuschuss an den Eigenbetrieb der ab 1. Januar 2018 kommunalisierten Musikschule Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden.

Zur Kulturförderung 2018 erklärt die Zweite Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur und Tourismus Annekatrin Klepsch: „Dresden verfügt über eine sehr lebendige und breitgefächerte freie Kunst- und Kulturszene. Mit den zur Verfügung gestellten Fördermitteln im institutionellen Bereich wird Einrichtungen die Möglichkeit gegeben, ihre qualitativ hochwertige Arbeit fortzusetzen. Insofern der Stadtrat am Gesamtvorschlag marginale Veränderungen vorgenommen hat, so ist das dessen Ermessen als Souverän auf der Basis des Kulturraumgesetzes. Ich bedanke mich bei den Mitgliedern der Facharbeitsgruppen, die ehrenamtlich und engagiert die Förderanträge prüfen und die Kulturverwaltung sachkundig beraten und damit dafür Sorge tragen, dass die Förderung auf einer fachlichen Grundlage beruht.“

Der Fördervorschlag der Kulturverwaltung basiert stets auf den fachlichen Einschätzungen der Facharbeitsgruppen. Nicht zuletzt aufgrund begrenzter finanzieller Mittel ist diese fachliche Beratung für eine sachgerechte Förderentscheidung unabdingbar. In Ausnahmefällen empfiehlt die Facharbeitsgruppe, eine Institution deutlich niedriger oder nicht weiter zu fördern. Dann finden zunächst Gespräche der Kulturverwaltung mit dem jeweiligen Antragsteller statt. Dieser hat anschließend die Möglichkeit, sich konzeptionell neu aufzustellen.

Mit dem Verein St. Pauli e. V. befindet sich die Kulturverwaltung bereits seit längerem im Gespräch über eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebote im St.-Pauli-Salon auf der Hechtstraße und der Theaterruine St. Pauli. Das letzte Gespräch dazu fand am 2. November auf Einladung der Kulturbürgermeisterin statt. Bei diesem Termin wurde vereinbart, dass der Verein bis Ende Januar 2018 seine Überlegungen für die Zukunft beider Einrichtungen darlegt. Der Verein St. Pauli e. V. wird 2018 für die Arbeit im Salon Hechtstraße 32 mit 10 000 Euro und in der Kirchruine St. Pauli mit 30 000 Euro institutionell gefördert.

Bereits 2016 empfahl die Facharbeitsgruppe Darstellende Kunst, für die Company Derevo die institutionelle Förderung für 2017 einzustellen: „Die Facharbeitsgruppe stellt die Verhältnismäßigkeit der Förderung zur Präsenz des Antragstellers in Dresden grundsätzlich in Frage. Die Company erhält aktuell eine Förderung von 30 500 Euro durch die Landeshauptstadt Dresden, ist aber nach Einschätzung der Facharbeitsgruppe in Dresden nicht ausreichend präsent. Zudem wird eingeschätzt, dass sich die Fähigkeit der Company zur Weiterentwicklung ihrer Ästhetik und Formensprache erschöpft hat. Die Facharbeitsgruppe plädiert daher dafür, dem Antrag nicht zu entsprechen. Die Kulturverwaltung schlägt demgegenüber vor, die Förderung nicht einzustellen, aber die Höhe der Förderung anzupassen.“ (Stadtratsvorlage V1393/16 Kommunale Kulturförderung – Institutionelle Förderung 2017)

Dem Vorschlag der Kulturverwaltung folgte der Kulturausschuss mit seinem Förderbescheid für 2017. Im Januar 2017 wurde mit Derevo ein Gespräch geführt, in dem auf die drohende Einstellung der Förderung hingewiesen wurde. Gleichzeitig machte die Kulturverwaltung bereits in diesen Gesprächen deutlich, dass die Förderung 2018 eingestellt wird, wenn keine Entwicklung erkennbar ist. Im Rahmen der Antragsbearbeitung für die Institutionelle Förderung 2018 kam die Facharbeitsgruppe erneut zu der Ansicht, dass die angemahnte Entwicklung nicht umgesetzt wurde. Die Kulturverwaltung hat sich diesem Votum angeschlossen und schlägt dem Stadtrat vor, Derevo 2018 nicht weiter institutionell zu fördern. Dem ist der Kulturausschuss gefolgt.

Beschlussfassung_IF_2018 kulturförderung dd