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Weiterbetrieb langfristig gesichert

Dresden. Als eine der ersten deutschen Flughäfen haben die beiden Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ihr europäisches Flugplatzzeugnis erhalten. Die Erteilung des Zeugnisses schafft die Voraussetzung für den Weiterbetrieb und die Weiterentwicklung der sächsischen Verkehrsflughäfen gemäß den Sicherheitsstandards der EU. Verkehrsminister Martin Dulig überreichte die zum Nachweis des sicheren Betriebes erforderlichen Flugplatzzeugnisse an den Sprecher des Vorstandes der Mitteldeutschen Flughafen AG, Johannes Jähn.

„Mit den Zeugnissen haben wir den offiziellen Nachweis erbracht, dass beide Flughäfen die hohen Sicherheitsstandards der EU voll und ganz erfüllen. Im Rahmen der Zertifizierung waren nur wenige Korrekturen der Flugplatzinfrastruktur nötig. Dies liegt sicher auch in der vergleichsweise neuen und modernen Infrastruktur der sächsischen Flughäfen begründet. Seit 1991 wurden hier immerhin 2,1 Milliarden Euro investiert“, betonte Verkehrsminister Martin Dulig bei der Übergabe. „Für den Freistaat ist es im besonderen Interesse, dass von den sächsischen Flughäfen als Job-Motor weiterhin positive Effekte auf die Wirtschaft, den Tourismus und die Beschäftigung für die ganze Region ausgehen.“

„Wir danken dem sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die gute und konstruktive Zusammenarbeit im Rahmen der erfolgreichen Zertifizierungsverfahren unserer beiden Flughafenstandorte Leipzig/Halle und Dresden“, unterstrich Johannes Jähn, Sprecher des Vorstands der Mitteldeutschen Flughafen AG und ergänzte: „Die Bestätigung der Konformität beider Flughäfen mit den EU-weit verbindlichen Sicherheitsstandards ist eine Grundvoraussetzung dafür, die Airports – als zentrale Bestandteile der mitteldeutschen Verkehrsinfrastruktur – nachhaltig betreiben und weiterentwickeln zu können.“

Gemäß europäischer Verordnung ((EG) Nr. 216/2008) sind Betreiber von Verkehrsflughäfen innerhalb der EU ab dem 1. Januar 2018 verpflichtet, ein Flugplatzzeugnis vorzuweisen. Seit Anfang 2016 hat das für die Zertifizierung zuständige Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Einhaltung der durch die European Aviation Safety Agency (EASA) aufgestellten Anforderungen an die Flugplatzbetreiber hinsichtlich Unternehmensstruktur, Flugplatzinfrastruktur und Flugplatzbetrieb überprüft. Nach knapp zwei Jahren konnte das Zertifizierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden.

Der festgestellte Anpassungsbedarf wurde zwischen SMWA und Flughafen abgestimmt und abgearbeitet. Beispielsweise wurde in der Unternehmensstruktur ein Managementsystem inklusive eines Schulungsmanagements eingeführt. An der Flugplatzinfrastruktur wurden die Markierung auf dem Vorfeld und die Beschilderung an den Flugbetriebsflächen ergänzt.

Anpassungen an den eigentlichen Betriebsverfahren waren hingegen nicht notwendig. Hier bestand die Herausforderung in der Erarbeitung eines umfangreichen Flugplatzhandbuches, welches alle angewandten Verfahren des Flughafens enthält und die Zuständigkeiten definiert.

Bundesweit stehen 31 Flugplätze und nahezu alle Bundesländer vor der Zertifizierung gemäß der zugrundeliegenden EU-Verordnung.

Hintergrund:
Die Flughäfen in Dresden und Leipzig/Halle sind für die Wirtschaft und den Tourismus von großer Bedeutung. Die Linien- und Tourismusflüge bieten Verbindungen in das deutsche aber auch internationale Luftverkehrsnetz und damit an interessante Märkte. Die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen im Umfeld wäre ohne die Flughäfen nicht möglich gewesen.

Ein Beispiel ist die Elbe Flugzeugwerke GmbH, welche Airbus Passagiermaschinen in Frachtflugzeuge umrüstet und auch die Materialien für den Innenausbau der gesamten Airbus-Familie in der Landeshauptstadt Dresden herstellt.

Als Standort mit überdurchschnittlicher Attraktivität und Intensität hat sich die Region Leipzig/Halle als eine der wichtigsten Logistikregionen in Deutschland fest etabliert. Das DHL-Drehkreuz Leipzig/Halle ist mit mehr als 1,1 Mio. Tonnen transportierter Luftfracht in diesem Jahr zweitgrößter deutscher Frachtflughafen, und die Nummer fünf in Europa. Die Wachstumsraten liegen somit über dem nationalen Durchschnitt – dies sowohl im Passagier-und Frachtverkehr.

Die Flughäfen sind auch bedeutende Arbeitsstätten: So sind mehr als 11.300 Beschäftigte in Unternehmen und Behörden an den Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle tätig.


::: Externer Link :::

Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) | https://www.lba.de/SharedDocs/Downloads/DE/B/Rechtsvorschriften/VO_216_2008.pdf;jsessionid=11D621F7AC5514C9BE86ABAFB682F058.live11292?__blob=publicationFile&v=2