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Erfurt. Das Thüringer Kabinett hat die vom Umweltministerin Anja Siegesmund vorgelegte Bundesratsinitiative zur Glyphosatreduzierung angenommen. Die Initiative soll am 15. Dezember im Bundesrat eingebracht werden. Sie ist notwendig, weil die Zuständigkeit für die Anwendung von Pestiziden auf Bundesebene liegt. Die Initiative fordert, die Anwendung für Glyphosat so zu regeln, dass die Artenvielfalt auch auf den Ackerflächen geschützt wird.

Zudem soll in diesen Bereichen Glyphosat nicht mehr benutzt werden:
· im Haus- und Kleingartenbereich
· an öffentlichen Verkehrsflächen
· in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten und Grünanlagen
· bei der Vorerntebehandlung

Dazu erklärt Anja Siegesmund, Umweltministerin:
„Nach der verkorksten Entscheidung der Bundesregierung müssen wir jetzt schnell handeln. In Deutschland landet viel zu viel Glyphosat auf unseren Äckern. Das Ackergift löst eine unheilvolle Kette aus – es gefährdet Insekten und Bienen und ist mitverantwortlich für das Verschwinden vertrauter Feldvögel. Auch die Menschen wollen keine Unkrautvernichter im Essen. Die schwerwiegenden Bedenken zum Krebsrisiko von Glyphosat konnten nie ausgeräumt werden, Wir brauchen diese Bundesratinitiative, um den Einsatz von Glyphosat in Deutschland einzudämmen.“


Hintergrund:

Am 27. November 2017 hat ein von der Europäischen Kommission eingerichteter Berufungsausschuss bestehend aus Vertretern der Mitgliedsstaaten mit qualifizierter Mehrheit (18 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung) entschieden, dass Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen wird. Auch Landwirtschaftsminister Schmidt hat – trotz Enthaltungsgebot – für Deutschland mit Ja gestimmt. Das macht einen Aktionsplan zur Reduzierung des Einsatzes von Glyphosat auf nationaler Ebene erforderlich. In Deutschland werden jährlich 5-6 Milliarden Liter des Wirkstoffs Glyphosat versprüht.

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