Prof. Imke David. Foto: HfM Weimar

Ach Herr, lass deine lieben Engelein…: Besinnliches Adventskonzert des Instituts für Alte Musik im Festsaal Fürstenhaus

Weimar. Zu einem wohlklingenden, besinnlichen und prächtigen Adventskonzert lädt die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar am Mittwoch, 13. Dezember um 19:30 Uhr in den Festsaal Fürstenhaus ein. Das Institut für Alte Musik bringt geistlich-kirchliche Werke berühmter deutscher Komponisten neben weiteren Meistern aus den europäischen Nachbarländern auf die Bühne. Es musizieren Studierende der Klassen Viola da gamba und Violone (Prof. Imke David), Blockflöte (Prof. Myriam Eichberger), Barockvioline und Barockviola (Prof. Midori Seiler und Nadja Zwiener), Barockvioloncello (Olaf Reimers) sowie Cembalo und Historische Tasteninstrumente (Prof. Bernhard Klapprott). Der Eintritt ist frei!

Doch auch die Professorinnen Midori Seiler, Myriam Eichberger und Imke David greifen höchstpersönlich zu ihren Instrumenten. Zunächst werden die Zuhörer mit einer barocken Kantate von Franz Tunder für „Canto solo con 4 viole“, einer frühbarocken Motette von Melchior Vulpius sowie Consortmusiken für Blockflöten von Samuel Scheidt und Anthony Holborne in die farbige Klangwelt von vor dreihundert Jahren entführt. Virtuose Violinen und Blockflöte lassen außerdem Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, Roberto Sabbatini und Johann Georg Pisendel mit Begleitung von Orgel und Cembalo erklingen. Dies leitet dann zum fulminanten dritten Brandenburgischen Konzert für neun Streicher und Continuo von Johann Sebastian Bach über.

Franz Tunder, bedeutendster Vertreter der norddeutschen Orgelschule und Vorgänger Buxtehudes, verwendet für seine Kantate ein vierstimmiges Gambenconsort, wie es in England bei Anthony Holborne, dem Meister des Consortspiels, zur Blüte gebracht worden war. Samuel Scheidt, ein weiterer Hoforganist aus dem mitteldeutschen Raum, wirkte in Halle und gehört zu den wichtigsten deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Auch Weimar ist mit seinem Stadtkantor Melchior Vulpius vertreten.

Im zweiten Teil des Konzertes erlebt man die Klangeffekte eines Heinrich Ignaz Franz Biber, der als berühmter böhmischer Geiger, Komponist und Hofkapellmeister weltliche instrumentale Sonaten ebenso wie Messen und geistliche Werke schuf und den Einfluss Italiens stark bemerkbar werden ließ. Ihm gegenüber steht der deutsche Geigenvirtuose und Komponist Johann Georg Pisendel, der als Dresdner Hofkapellmeister in regem Austausch mit Johann Sebastian Bach stand, nachdem er ihn 1709 in Weimar kennengelernt hatte. Als Bach von Weimar nach Köthen umsiedelte, schuf er dort die sechs berühmten Brandenburgischen Konzerte.