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Domgemeinde veräußert ererbte Schmuckstücke zugunsten der Restaurierung des Marienmosaiks

Erfurt. Zu einer ungewöhnlichen Schmuck-Aktion wird durch den Dompropst Weihbischof Dr. Reinhard Hauke eingeladen. Nach dem 11 Uhr Gottesdienst am 3. Adventsonntag (17. Dezember 2017) im Erfurter Dom werden ab 12:15 Uhr bis 13:30 Uhr im Kapitelsaal des Kreuzgangs (Zugang durch den Dom) Schmuckgegenstände angeboten, die aus Erbschaften an den Dom gegangen sind. Es handelt sich um Schmuckstücke und Uhren, die mehrheitlich durch einen Experten geschätzt wurden und für die eine Expertise vorliegt. Die Schätzungen liegen zwischen 0,50 und 1.790 Euro. Auch Zinngeschirr, Medaillen und Gedenkmünzen liegen aus, die gegen eine Spende erworben werden können. Der Erlös der Aktion dient dazu, die Restaurierung des Marienmosaiks des Domes finanzieren zu können.

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Echte Schmuckstücke stammen vielfach aus Erbschaften der DDR-Zeit und sollte für die Anschaffungen oder Reparatur liturgischer Geräte benutzt werden. Im sozialistischen Deutschland waren Edelmetalle Mangelware. Brauchte eine Kirche etwa einen neuen Kelch, musste sie Gold und Silber selber besorgen. Das benötigte Material gewann man aus sogenanntem Altmaterial wie Schmuck, Tafelsilber oder was auch immer Edelmetall enthielt. Ein mühseliges Verfahren, wie sich Weihbischof Hauke erinnert: „Für meinen Primizkelch musste ich 2 Kilo Silberlöffel und Antiquitätengeschäften zusammenkaufen.“ Daraus hat dann der Goldschmied 500 Gramm Feinsilber gewonnen, die er für den Kelch benötigte. Schmuck-Erbschaften waren deshalb ein Glücksfall für die Kirche.

Nach der Wende änderte sich die Situation. Altmaterial zu verarbeiten würde heute die Herstellung eines Kelches verteuern. Der geerbte Schmuck dient deshalb nicht mehr als Altmaterial, soll aber dennoch dem Kunstwerk des Marienmosaiks zu Gute kommen.

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