Der Arbeitsmarkt hat Potential für ausländische Arbeitnehmer, wie die aktuellen Zahlen der Jenaer Agentur für Arbeit zeigen. Im März 2017 waren im Agenturbezirk Jena 4.107 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Dies ist im Vergleich zu den Werten aus März 2016 eine Steigerung von 22,1 Prozent (742 Personen).

Nach Regionen:
Im März 2017 waren in der Stadt Jena 2.610 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Dies ist im Vergleich zu den Werten aus März 2016 eine Steigerung von 21,3 Prozent (458 Personen).

Im März 2017 waren im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 678 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Dies ist im Vergleich zu den Werten aus März 2016 eine Steigerung von 27,9 Prozent (148 Personen).

Im März 2017 waren im Saale-Holzland-Kreis 819 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Dies ist im Vergleich zu den Werten aus März 2016 eine Steigerung von 19,9 Prozent (136 Personen).

Demgegenüber steht die Zahl der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer mit anderen Staatsangehörigkeiten. Im Vorjahresvergleich sank im Agenturbezirk Jena die Zahl auf 947 Personen (-52 Personen; -5,2 Prozent).

In der Stadt Jena waren im November 659 Ausländer arbeitslos, 5 weniger als vor einem Jahr.

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt waren im November 193 Ausländer arbeitslos, 67 (-26 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Im Saale-Holzland-Kreis waren im November 95 Ausländer arbeitslos, 20 (27 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Ein Grund hierfür ist auch die Verlagerung der Wohnorte. Oftmals zieht es ausländische Arbeitnehmer in Großstädte bzw. Ballungszentren.

Die derzeit über 4.230 (Stadt Jena 1.940; Saalfeld-Rudolstadt 1.296; Saale-Holzland 994) offenen Stellen im Agenturbezirk Jena können nicht mehr ausschließlich durch deutsche Arbeitnehmer besetzt werden.
Daher ist es umso wichtiger, den aktuellen Fachkräftebedarf auch mit Arbeitnehmern aus anderen Staaten in der Region zu decken.

Aufgrund der demografischen Entwicklung und einer immer zunehmend älteren Arbeitnehmerschaft bedarf es an Nachwuchs. Die Wirtschaft ist zukünftig auch auf junge Zuwanderer und Migranten angewiesen.

Um den Berufseinstieg zu fördern, bietet die Arbeitsagentur beispielsweise die Möglichkeit einer Einstiegsqualifizierung. In diesem bis zu 12 Monaten dauernden Langzeitpraktikum wird die Praxis direkt im Unternehmen vermittelt. Parallel werden aber auch Kenntnisse an der Berufsschule unter anderen in den Fächern Deutsch und Mathe vermittelt. Um die jungen Migranten optimal auf eine Ausbildung vorzubereiten, liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung deutscher Sprachkenntnisse.

Integration in den Arbeitsmarkt verlangt Geduld und Durchhaltevermögen

„Integration gelingt, wenn ausländische Menschen im Unternehmen willkommen sind. Da gibt es kaum Unterschiede zu deutschen Arbeitnehmern. Man muss sich wohlfühlen und auf die Unterstützung der Kollegen bauen können. Wir als Arbeitsagentur können die Einstellung dann ergänzend begleiten“, erklärte Holger Bock, Chef der Jenaer Arbeitsagentur.

Aktuelle Forschungsergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung zeigten: Geflüchtete seien jung, motiviert und bildungshungrig.

Schon gewusst?
Am 18. Dezember ist der Internationale Tag der Migranten. Im Jahr 2000 hat die UNO diesen das erste Mal ausgerufen – er soll die Rechte von Migranten und geflüchteten Menschen stärken.