Von MalteF - (Originaltext: privat)(16. Februar 2009 (original upload date))Original uploader was MalteF at de.wikipedia, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13132458
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Millionen-Projekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung gestartet

Kürzlich hat die Europäische Kommission dem Projekt „MAtchUP“ den Zuschlag erteilt und es als Leitprojekt der Initiative „Smart Cities and Communities“ im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ ausgewählt. Dresden ist gemeinsam mit Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) Vorreiter in diesem Projekt, eine sogenannte Lighthouse City (Leuchtturmstadt). Damit ist Dresden eine von vier Lighthouse Cities in Deutschland – neben Hamburg, Köln und München. Außerdem gibt es im Projekt vier sogenannte Follower Cities (Nachahmer): Skopje (Dresdens Partnerstadt in Mazedonien), Herzlia (Israel), Ostende (Belgien) und Kerava (Finnland). Das Konsortium, das von der Stadt Valencia geleitet wird, besteht aus insgesamt 28 Partnern aus acht verschiedenen Ländern. Für die kommenden fünf Jahre (2017 bis 2022) fördert die Europäische Union das Vorhaben mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro. Rund 4,5 Millionen Euro davon entfallen auf die Dresdner Partner.
Innerhalb des Projektes geht es darum,  intelligentere, saubere Städte zu schaffen, die den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können. Die Follower sollen von den Erkenntnissen der Lighthouse Cities profitieren und diese für ihre Transformationsprozesse entsprechend nutzen. Ziel ist es, Städte, Industrie und Bürger zusammenzubringen, um Lösungen und Geschäftsmodelle umzusetzen, die zu messbarem Erfolgen, u. a. bei der Energie- und Ressourceneffizienz und neuen Märkten, führen.

Am 19. Dezember wurde der offizielle Start des Projektes in Dresden bekanntgegeben. Partner des Projekts in Dresden sind: Vonovia, das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, EA Systems Dresden GmbH, DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH, Dresdner Verkehrsbetriebe AG, die TU Dresden u. a. mit dem WISSENSARCHITEKTUR – Laboratory of Knowledge Architecture und der Professur für Datenbanken  sowie die Landeshauptstadt Dresden. Assoziierte Partner sind Siemens, die Gläserne Manufaktur von Volkswagen und die STESAD GmbH. Die Projektleitung in Dresden hat das Amt für Wirtschaftsförderung inne.
„Ich freue mich sehr, dass wir das Projekt erfolgreich einwerben konnten. Alle Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die bestimmenden Themen sind Energieeffizienz, Digitalisierung, Elektromobilität und erneuerbare Energien. Mit unserer starken Technologiekompetenz sind wir in der Lage, praktikable Lösungen zu entwickeln, die anderen Städten als Vorbild dienen können. Wir sind auf einem guten Weg, smarte, nachhaltige Städte der Zukunft zu gestalten“, sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt DresdenDresden soll zum Vorreiter beim Einsatz erneuerbarer Energien und innovativen Energiedienstleistungen sowie der Verfügbarkeit von Mobilitätsangeboten und Elektromobilität werden. Bei der Antragsstellung wurden die lokalen Partner durch die Beratungsfirma Eurogrant unterstützt.

„Vonovia und die Stadt Dresden arbeiten seit Jahren eng und partnerschaftlich zusammen. Wir freuen uns, gemeinsam in diesem EU-Projekt neue, „smarte“ Wege zu beschreiten. Mit den Ansätzen, die wir hier gemeinsam auch mit der Drewag verfolgen, kann nun auch der Mieter aus einem für diese Gegend typischen Wohnhaus direkt an der Energiewende partizipieren“, sagt Martina Pansa, als Geschäftsführerin der Region Südost zuständig für die Bestände in Dresden.

René Unger, Geschäftsführer der EA Systems Dresden GmbH: „Als innovatives Dresdner Unternehmen freuen wir uns besonders, dass Dresden mit dem Smart City Call 2017 aktiv seinen Weg hin zu einer nachhaltigen und vernetzten Stadt fortsetzt. Die Leistungen der EA Systems Dresden GmbH im Projekt sind Green City Systemsimulationen und Energiemonitoring. Die Johannstadt, deren Wohnquartiere und öffentliche Gebäude werden dabei anhand verschiedener Modelle und Szenarien abgebildet und energetisch erfasst. Damit ebnet EA Systems Dresden den Weg für exakte Einzelplanungen, konkrete Investitionsentscheidungen und vor allem die Überprüfung und Nachoptimierung der umgesetzten Maßnahmen. Wir freuen uns auf fünf spannende Projektjahre und tolle Maßnahmen, die die Lebensqualität in der Johannsstadt und in Dresden weiter steigern.“

Johannstadt wird zum Smart City-Quartier
Vor allem der Dresdner Stadtteil Johannstadt soll durch die Kombination mit weiteren Stadtentwicklungsmaßnahmen zu einem intelligenten und energieeffizienten Stadtquartier entwickelt werden. Dazu soll auch eine sogenannte „Urban Plaform“  beitragen, die im Rahmen des Projektes entwickelt wird und den Zugriff auf städtische Daten und auf Projekt-Daten aus MAtchUP ermöglichen  soll.

Maßnahmen in MAtchUP sind unter anderem:

Im Bereich Energie:
– Aufbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Vonovia und Nutzung des Stroms vor Ort
– Verbindung von Erneuerbaren Energien, Speichern und intelligenter Regelung
– Integration von intelligenter Messtechnik (Smart Meter und Submetering)
– Einbindung erneuerbarer Energien für Mieter (Bereitstellung lokaler erneuerbarer Energie zum Direktverbrauch durch Mieterstrommodelle)
– Mietern Transparenz und Kontrolle über ihre Energieverbräuche geben (Smart Tenant = ermöglicht Echtzeit-Informationen zum Energieverbrauch, um künftig Synchronisierung von Energieversorgung und–bedarf zu erlauben)
– Entwicklung smarter Gebäude bei Bestandsgebäuden und bei Neubauten (Smart Meter Gateway)
– der Pilotaufbau einer zentralen Gebäudeleitstelle, die zukünftig die Energieverbräuche aller städtischen Gebäude in Dresden (Schulen, Kitas etc.) erfasst und optimierend eingreift
– die Einbindung erneuerbarer Energien in das Dresdner Fernwärmenetz

Im Bereich Mobilitätsangebote und Elektromobilität:
– Einrichtung von Mobilitätspunkten mit Lademöglichkeit für E-Mobile
– Bereitstellung von Ladepunkten für Mieter
– Intelligente Messtechnik und Weiterentwicklung der Zugangs- und Abrechnungsmodelle von Ladevorgängen

Fortlaufend aktuelle Informationen zum Projekt MAtchUP bietet die Webseite www.dresden.de/matchup.

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