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Das Tier im Menschen
Bulgakows Novelle „Das Hundeherz“ im Schminkkasten

Rudolstadt. Über die Frage nach dem Hündischen im Menschen hat der russische Autor Michail Bulgakow eine Novelle geschrieben: „Das Hundeherz“. Darin verpflanzt ein Medizinprofessor einem herumstreunenden Hund die Hypophyse und die Samendrüsen eines verunglückten Kleinkriminellen – und schafft damit ein neues menschliches Wesen. Bei der szenischen Lesung „Das Hundeherz & Der Dichter und sein Henker“ kommt der Text, eingebettet in die tragische Biografie des berühmten Autors, am 6. Januar, um 20 Uhr im Schminkkasten zur Aufführung.

Die von „Frankenstein“ und Goethes „Faust“ inspirierte Geschichte aus dem Jahr 1925 geht nach der Operation weiter: Das neue Wesen mit Namen Bellow beginnt zu sprechen, aufrecht zu gehen und verliert Fell. Doch er übernimmt auch die schlechten Eigenschaften des Organspenders, wird aggressiv, triebhaft und gemeingefährlich. So zum schlechten Abbild des propagierten „neuen Sowjetmenschen“ entwickelt, steigt er auf der Karriereleiter empor …

Für diesen subversiven Text wurde Bulgakow von den russischen Behörden scharf kritisiert und mit Zensur belegt. Wie viele seiner Werke wurde er erst nach seinem Tod veröffentlicht. Das gilt auch für den Kulturoman „Der Meister und Margarita“, auf dessen Premiere am Theater Rudolstadt diese Blaue Stunde einstimmen wird. Es lesen Rayk Gaida, Benjamin Petschke und Oliver Baesler in der szenischen Einrichtung von Andrea Marggraf.

Karten für die Blaue Stunde am 6. Januar, 20 Uhr im Schminkkasten sind noch an den üblichen Vorverkaufsstellen und telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

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