Jena. Die Carl Zeiss AG hat im Oktober 2017 angekündigt, auf einem ca. 8 ha großen Teil des Geländes der SCHOTT Jenaer Glas GmbH ihren neuen Standort in Jena anzusiedeln. Dabei sollen 300 bis 400 Millionen Euro investiert werden. Bis 2023 sollen später im integrierten Hightech-Komplex auf dem Schottgelände 2.500 Menschen arbeiten. Andere Jenaer Zeiss-Standorte werden aufgegeben.

Wegen der großen Investition will der Freistaat über die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) das Schottgelände entwickeln. Die Stadtverwaltung Jena hat zugesagt, unter anderem die Otto-Schott-Straße entsprechend auszubauen und eine Einbahnstraßen-Lösung zu prüfen. Außerdem sollen zwei Lkw-Stellplätze in der Lichtenhainer Straße durch die Stadt eingerichtet werden. Auf der Fläche des ehemaligen Gleises 3 will die Stadtverwaltung – wie im Radverkehrskonzept vorgesehen, durch Verkauf aber nicht umgesetzten – Radweg einrichten.

Für die Immobilien sichert „die Stadt Jena […] zu, dass die denkmalgeschützten SCHOTT-Gebäude 1 und 3 während der Umstrukturierung des Gesamtstandortes nicht dem Anschluss- und Benutzungszwang nach der Fernwärmesatzung unterliegen werden.“

„Das zurzeit untergenutzte Umfeld des Bahnhofs Jena-West soll mit der Revitalisierungsfläche des SCHOTT-Werksgeländes gemeinsam entwickelt werden. Dabei soll das Areal des Westbahnhofes künftig zu einem leistungsfähigen Mobiltäts- und Systemverknüpfungspunkt im Umweltverbund (Bahn, Carsharing, Rad, ÖPNV) ausgebaut werden. Insbesondere soll die Infrastruktur zur Nutzung von E-Mobilität für PKW, Fahrräder und ÖPNV geschaffen werden.“, heißt es in der gekürzten Absichtserklärung. Die finanziellen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt sind „zur Zeit noch nicht genauer abschätzbar“, wie es in der Beschlussvorlage Nr. 17/1641-BV heißt.

„Auf Wunsch des Freistaates Thüringen und der Carl Zeiss AG wird dem Stadtrat die Absichtserklärung nicht vollständig vorgelegt. Bezüglich des Freistaates ist in der Absichtserklärung geregelt, dass er das Investitionsvorhaben finanziell in Höhe von 11,25 Millionen Euro fördern will.“, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage.

Die Beschlussvorlage wird an diesem Donnerstag, 11. Januar, im Stadtentwicklungsausschuss öffentlich beraten.

Beschlussvorlage_Stadtrat_Carl Zeiss Freistaat Stadt Jena 17_1641-BV

Gekürzte_Absichtserklärung Carl Zeiss Freistaat Stadt Jena 17_1641-BV