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Kräftiger Auftakt der Warnstreiks in Mittelthüringen bei BorgWarner und Robert Bosch Elektronik Thüringen in Arnstadt

Erfurt. Die IG Metall Erfurt hat mit einem sehr kräftigen Auftakt die erste Warnstreikwelle in der aktuellen Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie Thüringens am Erfurter Kreuz in Arnstadt begonnen. Zum Warnstreik aufgerufen waren die Beschäftigten der Früh- und Tagschicht der beiden Automobilzulieferer BorgWarner Transmission Systems und Robert Bosch Elektronik Thüringen. Am Warnstreik beteiligten sich etwas mehr als 125 Metallerinnen und Metaller.

„Der Warnstreik dauerte circa eine Stunde. Mit Blick auf die hohe Beteiligung bewerten wir diesen Warnstreik als sehr erfolgreich. Die Produktion kam für die Dauer der Arbeitskampfmaßnahme zum Erliegen“, so Kirsten Joachim Breuer

Andreas Eifert, Vertrauensmann der IG Metall und Betriebsratsvorsitzender von BorgWarner sagte während der Kundgebung: „Das zurückliegende Jahr war für BorgWarner sehr erfolgreich. Der Ausblick auf das angelaufene Geschäftsjahr ist sogar noch positiver. Die Kolleginnen und Kollegen haben das mit einer enormen Leistungsbereitschaft und nicht wenigen Stunden an Mehrarbeit erst ermöglicht. Damit ist es nur legitim, dass wir heute unseren Anteil am unternehmerischen Erfolg einfordern.“

Katja Nikolov, Vertrauensfrau der IG Metall und Betriebsrätin bei BorgWarner meinte: „Dass die Arbeitgeber bei unserer Forderung auf einen Tarifanspruch zu einer verkürzten Vollzeit mauern, ist völlig unverständlich. Die IG Metall will nicht mehr aber auch nicht weniger, als beispielsweise junge Eltern zu unterstützen, damit sie nach einer Reduzierung der Arbeitszeit zur Betreuung der Kinder nicht in der Teilzeitfalle hängen bleiben. Sie sollen ein Recht darauf bekommen, zur ursprünglichen Vollzeit zurückzukehren, wenn sie es wollen. Das ist nicht zuletzt ein echter Beitrag gegen Altersarmut, weil die Betroffenen dann nicht mehr auf Dauer mit abgesenkten Gehältern auskommen müssten.“

Jan Müller, Vertrauensmann der IG Metall und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Robert Bosch Elektronik Thüringen sagte: „Mehrfach haben wir uns bei Sonderschichten, Mehrarbeit und darüber hinaus flexibel gezeigt. Das ging nicht selten zu Lasten der Beschäftigten. Jetzt, wenn wir sagen, dass Flexibilität keine Einbahnstraße sein kann, beschweren sich die Arbeitgeber. Das führt zu erheblichem Unmut auf Seiten der Beschäftigten.“


Zum Hintergrund:

Die IG Metall hat in der aktuellen Tarifbewegung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens eine Forderung nach 6 Prozent mehr Lohn, einen Rechtsanspruch für die Beschäftigten auf eine verkürzte Vollzeit in Höhe von 28 Stunden in der Woche sowie für die Auszubildenden einen arbeitsfreien Tag vor den Abschlussprüfungen erhoben. Die bisherigen Verhandlungen am 22. November in Arnstadt und am 15. Dezember in Eisenach sind ergebnislos verlaufen. Der bisherige Entgelttarifvertrag ist zum 31. Dezember 2017 gekündigt. Damit sind mit dem Jahreswechsel Warnstreiks möglich.

Hinweis:

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