Ausnahmeregelungen finden und Konzept einführen

Erfurt hat eine wunderbare, kompakte historische Altstadt, die ein Magnet für Tourist*innen und für die Erfurter*innen das Herz ihrer Stadt ist. Deshalb wurde schon 2014 die Umsetzung eines Parkraumkonzeptes beschlossen, das nun kurz vor dem Inkrafttreten noch einmal auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Dazu äußert sich Alexander Thumfart, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion im Erfurter Stadtrat: „Mit dem lang diskutierten Parkraumkonzept sind zwei entscheidende Ideen verbunden. So soll der KFZ-Verkehr in unserer fußläufigen Altstadt reduziert und der Parkplatzsuchverkehr in der Innenstadt wesentlich eingeschränkt werden. Zugleich sollen in den Stadtvierteln Parkmöglichkeiten für die Anwohner*innen geschaffen werden, indem man Flächen nur für (bezahltes) Anwohnerparken ausweist und zugleich für freie Parkplätze Parkautomaten aufstellt. Der angestrebte Effekt soll sein, dass die Zahl der Pendler*innen, die in diesen Vierteln bisher kostenlos geparkt haben, zurückgeht, also mehr Fläche für die Anwohner*innen zur Verfügung steht. Insgesamt soll als der Autoverkehr in der erweiterten Innenstadt reduziert werden. Dass dieses Konzept so kurz vor der Einführung noch einmal gestoppt wird, ist sehr bedauerlich. Doch die Fragen zu den Ausnahmeregelungen müssen wir ernst nehmen und dafür gute Regelungen finden, beispielsweise für Hebammen aber auch Fahrdienste für Menschen mit Behinderungen.

Dennoch sollte an der zügigen Einführung des Konzeptes festgehalten werden, das eine gerechte Flächennutzung zwischen Kinderspiel, Grün- und Freiflächen, dem Fußgänger- und Radverkehr und dem Öffentlichem Personennahverkehr findet.

Damit das Konzept insgesamt gelingen kann, sind allerdings weitere Schritte wie die Ausweitung und Bewerbung der P&R Plätze und ein darauf abgestimmtes EVAG Konzept mit günstigen Tarifen für Pendler*innen notwendig. Wir haben das als Grüne Fraktion seit Jahren immer wieder angemahnt.
Im Beschluss von 2014 ist auch ein geeignetes Marketingkonzept und eine Informationskampagne zur besseren Erklärung und Akzeptanz durch die Bevölkerung Erfurts, die Besucher*innen und die Einpendler*innen beschlossen worden. Hier sehe ich durchaus noch Spielraum, gerade bei diesem emotional besetzten Thema ist es wichtig, eine Akzeptanz sowohl bei den Anwohnern als auch den Einzelhändlern und Gewerbetreibenden, genauso wie bei den Gästen der Stadt zu erhalten.“

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