Mitglieder der Tarifkommission nach der Abstimmung zur Annahme des Tarifergebnisses
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  • Löhne steigen um 5,6 Prozent
  • Nachtschichtzuschläge vereinbart und Altersteilzeit eingeführt

Thörey. Die IG Metall hat am Donnerstag, den 04. Januar bereits im zweiten Verhandlungstermin, die Haustarifverhandlungen beim Türen und Zargen Hersteller Garant erfolgreich abschließen können. Am Freitag, den 12. Januar, hat die Tarifkommission das Verhandlungsergebnis bestätigt.

Damit steigen für die fast 500 Beschäftigten am Erfurter Kreuz die Entgelte in zwei Stufen um insgesamt 5,6 Prozent. Zum 1. März werden die Löhne und Gehälter um 3,1 Prozent angehoben und zum 01. Juni 2019 erfolgt eine Erhöhung um weitere 2,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen wurden, wie von den Gewerkschaftern gefordert, überproportional angehoben. Für die Monate Januar und Februar gelten die bisherigen Entgelttabellen weiter, es wird jedoch für Gewerkschaftsmitglieder ein Betrag von 100 Euro ausgezahlt. Die Laufzeit des neuen Entgelt-Tarifvertrags beträgt 27 Monate.

Zusätzlich einigte sich die Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber auf eine Anpassung des Mantel-Tarifvertrags. Damit werden künftig 20 Prozent Nachtschichtzuschläge gezahlt, wie dies bereits im entsprechenden Flächentarifvertrag für holzverarbeitende Industrie geregelt ist.

Darüber hinaus wurde rückwirkend zum 01. Januar 2017 die Einführung einer Altersteilzeit-Regelung für das Unternehmen vereinbart. Geregelt wird dies durch die wortgleiche Übernahme des Tarifvertrags Demographie aus dem Flächentarif für die holzverarbeitende Industrie Rheinlands-Pfalz und der dazu gehörigen Betriebsvereinbarung aus dem pfälzischen Schwesterwerk in Prüm.

Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sieht den Abschluss positiv: „Nach den sehr zähen vorangegangen Verhandlungen im Jahr 2015 mit mehreren Warnstreik ist nun sehr schnell ein sehr guter Abschluss gelungen. Möglich wurde dies nicht zuletzt durch das hohe Maß an Entschlossenheit unserer Mitglieder bei Garant. Der Abschluss beteiligt die Kolleginnen und Kollegen am unternehmerischen Erfolg und gibt gleichzeitig Planungssicherheit für das Unternehmen für die nächsten Jahre. Mit der Zahlung von Nachtschichtzuschlägen konnte ein seit Beginn der Tarifbindung bei Garant schwelender Dauerkonflikt aufgelöst werden. Die Einführung einer Altersteilzeitregelung, welche zusätzlich noch Elemente der individuellen Gesundheitsvorsorge enthält, entfaltet eine Perspektive für die Beschäftigten über die knapp zweijährige Laufzeit des Entgelt-Tarifvertrages hinaus. Damit wird es möglich, nach jahrelanger harter Arbeit früher in den Ruhestand zu gehen.“

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Rainer Hilger, Vertrauensmann der IG Metall und Vorsitzender des Betriebsrats meint: „Neben einem spürbaren allgemeinen Lohnplus deutlich über der Preissteigerung haben wir mit der Neuregelung der Nachtschichtzuschläge einen Ausgleich für die Härten des Drei-Schichtsystems bei Garant erkämpft. Nachtarbeit ist für den Körper eine sehr starke Belastung. Zuschläge mindern diese körperlichen Belastungen nicht, sie ermöglichen es unseren Kolleginnen und Kollegen jedoch, mehr für ihre Erholung, Gesundheit und in den Ausgleich zur Arbeit investieren zu können. In diesem Zusammenhang sind Regelungen des Tarifvertrags Demografie zur Altersteilzeit und persönlichen Gesundheitsvorsorge ein zusätzliches Plus für die Beschäftigten.“

Sven Schulz, Sprecher der Vertrauensleute der IG Metall bei Garant sagt: „Nicht zuletzt ist die überproportionale Anpassung der Ausbildungsvergütung ein Schritt in die richtige Richtung. Garant steht am Erfurter Kreuz im direkten Wettbewerb um die besten Köpfen. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Arbeitsbedingungen attraktiv sein und die Rahmenbedingungen für eine gute und fachlich fundierte Berufsausbildung stimmen. Der aktuelle Abschluss ist ein spürbarer Ruck hin zu mehr guter Arbeit in der Region. Nur durch das Engagement der IG Metall mit ihren Mitgliedern und Vertrauensleuten haben wir gerade in puncto gute Arbeit bei Garant in den letzten Jahren erhebliche Verbesserungen erkämpfen können.“


Zum Hintergrund:

Im Jahr 2012 konnte bei Garant erstmals ein Haustarifvertrag abgeschlossen werden. Der ehemalige Entgelttarifvertrag wurde 2015 abgeschlossen und sah bereits Lohnerhöhungen in zwei Schritten vor. Mit der Kündigung dieses Entgelt-Tarifvertrages zum 31. Dezember 2017 durch die IG Metall nahmen Gewerkschaft und Arbeitgeber bereits am 15. Dezember erste Verhandlungen auf. Mit der Zustimmung der Tarifkommission der IG Metall zu dem Verhandlungsergebnis hat der Arbeitgeber noch bis zum 19. Januar Zeit sich zu dem Ergebnis zu erklären. Danach wird der Abschluss wirksam.

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