Im Jahr 2016 stiegen die Ausgaben der Hochschulen in Thüringen für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung erstmals auf 1,2 Milliarden Euro. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 9,2 Prozent mehr als im Jahr 2015 (1,1 Milliarden Euro).

Mit 725,3 Millionen Euro waren die Personalausgaben – wie in den Jahren zuvor – der größte Ausgabeposten der Thüringer Hochschulen (2015: 704,4 Millionen Euro). Sie machten fast 60 Prozent der gesamten Hochschulausgaben aus. Die laufenden Aufwendungen betrugen 1 027,3 Millionen Euro (2015: 996,6 Millionen Euro). Die Investitionen lagen mit 183,5 Millionen Euro um 63,5 Prozent höher als im Vorjahr (2015: 112,2 Millionen). Grund hierfür war hauptsächlich die Inbetriebnahme des Klinikum Neubaus, 2. Bauabschnitt am Standort Lobeda.

Auf die staatlichen Hochschulen (ohne medizinische Einrichtungen/Gesundheitswissenschaften der Universitäten) entfiel 2016 ein Ausgabevolumen von 591,7 Millionen Euro, das waren 3,2 Prozent weniger als 2015. Die medizinischen Einrichtungen/Gesundheitswissenschaften der Universitäten wendeten für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung 615,1 Millionen Euro (+24,6 Prozent) auf.
Die Ausgaben der Universitäten verringerten sich 2016 gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 468,1 Millionen Euro.
Die Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften hat mit 608,1 Millionen Euro den größten Anteil (50,2 Prozent) an den Ausgaben der Hochschulen insgesamt. Weiterhin sind Mathematik/Naturwissenschaften (100,6 Millionen Euro), Ingenieurwissenschaften (126,8 Millionen Euro) und die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (70,3 Millionen Euro) stark an den Ausgaben be-
teiligt.

Die Ausgabensteigerungen konnten die Hochschulen zu einem beträchtlichen Teil über höhere eigene Einnahmen finanzieren. Die Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit und Vermögen, die zu über 94,6 Prozent von medizinischen Einrichtungen als Entgelte für die Krankenbehandlung erwirtschaftet wurden, erhöhten sich um 6,4 Prozent auf 419,4 Millionen Euro. Außerdem warben die Hochschulen im Jahr 2016 Drittmittel in Höhe von 162,1 Millionen Euro (-5,8 Prozent) ein. Die Drittmitteleinnahmen sind in erster Linie für Forschung und Entwicklung an Universitäten einschließlich medizinischer Einrichtungen/Gesundheitswissenschaften bestimmt. Wichtigste Drittmittelgeber der Hochschulen waren der Bund (68,0 Millionen Euro), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (43,6 Millionen Euro) sowie die gewerbliche Wirtschaft (26,2 Millionen Euro). Die Einnahmen der Hochschulen aus Beiträgen der Studierenden stiegen 2016 um 14,1 Prozent und lagen bei 8,9 Millionen Euro.