Jena. Jürgen Henning vom Kommunalservice Jena (KSJ) berichtete im Beirat Radverkehr über die radverkehrsrelevanten Maßnahmen, die der Kommunalservice Jena 2017 durchgeführt hat und für 2018 plant.

Aktuelle Investitionsmaßnahmen für den Radverkehr sind:

• Kahlaische Straße – Ostseite: Es ist eine Lösung für die gesamte Länge zwischen Felsenkeller und altem Paradiesbahnhof erforderlich. Die Maßnahme wird damit teurer und ist nicht mehr aus dem Radverkehrsbudget bezahlbar.
• Die Brücke Kahlaische Straße ist derzeit in Vorplanung
• Fischergasse/Paradiesstraße wurde zurückgestellt wegen des geplanten Umbaus des Knotens Fischergasse,
• Engelplatz/Schillerstraße: Zur Entschärfung der Stauproblematik ist aus Richtung Engelplatz ein ARAS (aufgeweiteter Radaufstellstreifen) vorgesehen,
• Rudolstädter Straße/Grenzstraße: ist wegen der hohen Kosten umstritten und wird in einer der kommenden Sitzungen des Beirates erneut auf die tagesordnung gesetzt.
• Der Radweg Jena21/Grenzstraße verzögert wegen Grundstücksfragen.
• Salvador-Allende-Platz, Bereich “Biereck” (Maßnahmebezeichnung Freiraum Stadtrodaer Straße) ist abgeschlossen
• Kahlaische Straße, Rad-/Gehweg – Westseite: wird derzeit ausgeschrieben.

Da für die Problemstelle Fischergasse/Paradiesstraße momentan offenbar keine „große Lösung“ möglich ist, plädieren die Beiratsmitglieder mehrheitlich für eine „kleine Lösung“, d.h. eine Verbesserung der Situation mit geeigneten Maßnahmen. Immerhin handelt sich hier um die „Haupteinfallsschneise“, wie es Bürgervertreter Sandro Dreßler formuliert, für den Radverkehr aus Richtung Süden in Richtung Stadtzentrum, die regelmäßig Thema im Beirat ist. Gefordert werden mindestens eine Bordabsenkung und die Abschaltung der Anforderungsschaltung für die Fußgänger/Radfahrer-Ampel.

Der Eigenbetrieb KSJ listet weiterhin die geplanten Unterhaltungsmaßnahmen auf.

Strittig ist im Beirat die Sinnhaftigkeit des Ausbaus der Radverkehrsanlage „Goldbergrampe“, da dieser aufwändig und für eine regelgerechte Anlage nicht ausreichend Platz ist (es sei denn, auf Kosten einer KFZ-Fahrspur). Die Anlage ist jedoch unverzichtbar für den Radverkehr Richtung Klinikum. Aus diesem Grunde könnte aber auch die für die Baumaßnahme notwendige längerfristige Sperrung der „Goldbergrampe“ ein Problem darstellen. In jedem Fall wäre eine gut kommunizierte Umleitung notwendig. Tom Wedekind vom ADFC schlägt dafür eine Führung über die Theobald-Renner-Straße durch Lobeda-West zum Tunnel Emil-Wölk-Straße/Salvador-Allende-Platz vor. Was die Kommunikation betrifft, berichtet die Jenaer Radverkehrsbeauftragte Ulrike Zimmermann über gute Erfahrungen mit der Kommunikation mit der Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums.

Der Fachdienstleiter Verkehrsorganisation, Wolfgang Apelt, berichtet weiterhin über Baumaßnahmen der Stadtwerke in der Camburger Straße zwischen Nollendorfer Platz und Scharnhorststraße. Diese sind für dieses Jahr geplant und bedingen eine längere halbseitige Sperrung der Camburger Straße.

Der Beirat Radverkehr, der aus der AG Radverkehr wegen der Einrichtung des Beirates Kfz-Verkehr entstanden ist, sieht eine Fusion der Beiräte Radverkehr und Kfz kritisch.

Die Hauptargumente des Beirates gegen einen Zusammenschluss sind:

1. Die detaillierte Beschäftigung mit radverkehrsspezifischen Sachthemen (z.B. Bordabsenkungen oder Behinderungen auf Radwegen) wäre in einem solchen Rahmen nicht mehr möglich.
2. Der Beirat würde seinen Charakter von einem fachbezogenen zu einem politischen Gremium wandeln, da in diesem Gremium dann politische
Entscheidungen pro und kontra der verschiedenen Verkehrsarten getroffen werden müssten.

Ein Bürgervertreter wird eine Stellungnahme verfassen, die dann im Beirat diskutiert und beschlossen werden wird.
Für den Fall, dass sich eine Zusammenlegung der Beiräte nicht verhindern lässt, schlägt Tom Wedekind vom ADFC vor, zur Organisation der früheren AG Radverkehr zurückzukehren, die z.B. den Kommunalservice Jena zu Radverkehrsfragen beraten könnte.

Quelle.

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