Erfurt. „Die Vertagung des Urteils durch das Bundesverwaltungsgericht ändert nichts daran, dass die Bundesregierung das Problem jahrelang vertuscht, verschleiert und verschleppt hat. Auch wenn in Thüringen derzeit keine Fahrverbote drohen, gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) sterben rund 6000 Menschen in Deutschland pro Jahr vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von Stickoxiden ausgelöst werden. Viele Menschen in unserem Bundesland pendeln zur täglichen Arbeit in zum Teil hochbelastete Städte aus. Die Schadstoffbelastung allein für Thüringen zu betrachten, greift also zu kurz.

Die Automobilindustrie hat die Menschen in diesem Land doppelt betrogen. Die Autokonzerne sind in der Pflicht, die Gesundheit der Menschen endlich ernst zu nehmen und den Ausstoß von Stickoxiden durch kostenlose Hardware-Nachrüstungen für die betroffenen Diesel-Pkws zu reduzieren. Damit die Menschen gerade in den Städten wieder aufatmen können, brauchen wir aber auch mehr Anstrengungen beim Ausbau der Elektromobilität sowie deutlich mehr Investitionen in einen attraktiven ÖPNV und den Radverkehr.“