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Ist es ein erneuter Vorstoß des Eigenbetriebes KIJ gegen gewachsene Wohlfühl- Eigenheiten unserer Stadt?

Nach den wohl noch immer auf Eis liegenden Entpachtungsvorhaben der Stadt Jena für traditionelle Kleingartenanlagen (wie die Sparten „Rautal“, „Am Tatzend“ und „Im Langetal“), die aufgrund zahlreicher Klagen und Widersprüche der Pächter bisher kaum umgesetzt wurden, wählte man im kommunalen Eigenbetrieb offenbar eine Klientel aus, die sich durch fehlende Anbindungen an überregionale Unterstützerverbände schneller in der Opferrolle wiederfinden könnte.
So erhielten in den ersten Wochen des neuen Jahres einige Kleingarten- Pächter „Am Talstein“ ein Schreiben der „Kommunalen Immobilien Jena“, in denen die langjährigen Pachtverträge zwischen der Stadt Jena und den bisherigen Nutzern formell ersatzlos aufgekündigt wurden.

Als Begründung wurde angeführt, daß eine Umgestaltung der Verwegungen in diesem Auenbereich durch die Anlage von parkähnlichen Strukturen mit Sitz- und Liegemöglichkeiten für Erholungssuchende der Stadt und damit eine bessere Erreichbarkeit des Erholungsfaktors Saaleufer beschlossen worden sei.
Doch wer will d a s wirklich? In einer von grassierender Bequemlichkeit durchsetzten Stadt, in der oft schon der Fußweg vom Zentrum ins Paradies zu weit erscheint, in der besonders die jüngeren Bewohner kaum mehr die zahlreichen Wanderwege rings um die Stadt für sich erschlossen haben? Oder ist die offerierte Neugestaltung bloß der städtischen Lieblings- Klientel, den Pedalrittern und ihrem meist rücksichtslosen Bewegungsdrang geschuldet?

Denn an einer mehr fußläufigen Nutzung zur Freizeitgestaltung durch die Nahbewohner entstehen nicht nur spontan erhebliche Zweifel.

Vermutlich könnte man auch einen Zusammenhang zu verfügbaren Fördermitteln herleiten, aber finanziell orientierten Aktionismus möchte man der Konzernstadt Jena nun wirklich nicht unterstellen. Geht es doch „nur“ um ein paar einzelne Parzellen!

Für Neues, das somit kaum im Ansatz durch wirkliche Sinnhaftigkeit unterlegt ist, zerstört man die Früchte des Fleißes der Pächter, den jahrelangen körperlichen Einsatz zur Gestaltung und Erhaltung wirklicher Erholungsfaktoren mit einem Federstrich, ersatzweise mit einem in förmlicher Sprache gehaltenen Schreiben.
Denn die Vorstellungen bestimmter Planer und sicher kaum tatsächlich begründete Interessen unter der Bürgerschaft liegen dem Herzen des Eigenbetriebes Kommunale Immobilen Jena, einem Eigenbetrieb der Stadt Jena, offenbar näher als jahrzehntelange Pflege, Investition und körperlicher Einsatz der Umsetzer dieser traditionellen Freizeit- und auch Selbstversorgungsmöglichkeiten. In guter städtischer Manier: „Weg mit Schaden!“ – Ohne Frage nach Nutzen und tatsächlichem Gewinn.

Was man jedoch mit diesem Vorstoß erregt hat, ist neue, aber in der Gesamtbetrachtung eigentlich völlig überflüssige Aufmerksamkeit. Der Floskel „Lichtstadt“ folgend wirft dieses Ansinnen ein neues Schlaglicht auf die Würdigung der bürgerlichen Interessen und scheinbaren Notwendigkeiten in unserer Stadt.
Den Schmerz und auch den wachsenden Zorn der von dieser Maßnahme Betroffenen, die bereits massiven Widerstand gegen dieses Vorhaben angekündigt haben, kann man aus der Vorstellung heraus nachvollziehen. Aber Durchschaubarkeit, respektive Transparenz in der Entscheidung zu diesem fragwürdigen Vorhaben ließ der Eigenbetrieb schon in der Planungsphase erkennbar vermissen.

Man stelle sich einmal vor, wieviel Herzblut und wieviele schöne Erinnerungen in diesen grünen, von durchschaubaren Zäunen und Hecken umgebenen Inseln der Erholung stecken.

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