Klaus Berka, Albrecht Schröter und Chris Förster präsentieren das Sondertrikot © Stadt Jena / Foto: Roswitha Putz
Klaus Berka, Albrecht Schröter und Chris Förster präsentieren das Sondertrikot © Stadt Jena / Foto: Roswitha Putz

Entgegen der bisherigen Zweisamkeit und Vertrautheit unter den Koalitionären im Stadtrat unterstellt die Fraktion des grünen OB- Gegenkandidaten Denis Peisker plötzlich dem bisherigen Stadtoberhaupt Dr. Albrecht Schröter unterschwelligen Wahlkampf mit dem Reizhema Fußball.

Mit dem Sponsoring der Trikots für das inzwischen verschobene Comeback- Spiel für die Jenaer Flutlichtanlage und dem Vertrag für eine längerfristige Bandenwerbung würde zulasten des Steuerzahlers überflüssige Eigenwerbung für die Wiederwahl des aktuellen Oberbürgermeisters betrieben.
Dies sei jedoch aus Gründen der Chancengleichheit ein absolutes No- Go!

Hierzu nannte der Beschwerdeführer Ralf Kleist zum Einen den beständigen Kampf seiner Fraktion im Sozialausschuß um bedeutend geringere Beträge zugunsten anderer Sportvereine, die zwar kaum in ihrer Reihweite an den Namen FC Carl Zeiss Jena heranreichen, aber durchaus nicht auf eine angemessene Förderung durch die Kommune verzichten können.

Zum Anderen, besonders auf die Gestaltung der Trikots für das Premierenspiel eingehend, sei die Aufmachung der Spielerhemden eher einer kommunalen Eigenwerbung für bevorstehende unternehmerische Veranstaltungen in Jena und damit für den Hausherren der Stadt Jena, Herrn Oberbürgermeister Schröter geschuldet.
Hier bezog er sich auf den Ärmel- Aufdruck „visit-jena.de“, der als Link zur speziell für die im kommenden Monat stattfindende „Internationale Tourismusbörse“ erstellten Website der Stadt Jena zu verstehen ist.

„Man kann darauf den Zusammenhang von Fußball, Flutlicht und Lichtstadt gar nicht richtig erkennen.“, führt Ralf Kleist dazu an.

Auch wenn man davon ausgehen kann, daß weder die durch den derzeitigen OB bereitgestellten Gelder noch die vertraglichen Vereinbarungen einen unangetasteten Weg zurück in die Verwaltung finden werden, so bleibt doch (besonders der nicht mehr nur stillen Entrüstung geschuldet) die Hoffnung, daß künftige derartige Fördermaßnahmen bereits in der Entschließungsphase den einer urbanen Demokratie angemessenen „Weg durch die Instanzen“ gehen und damit den Rückhalt der bürgerlichen Stadt Jena bekommen, der eigentlich notwendig wäre.

Wie inzwischen zu vernehmen ist, verursachte das unerwartete Eingreifen der landläufig bekannten „Frau Holle“ am Nachmittag und Abend des Drittligaspieles gegen die Würzburger Kickers erneut erhebliche Kosten für den Blau- Gelb- Weißen Traditionsclub.

Man beziffert den durch den unerwarteten Schneefall entstandenen Schaden für die angekündigte Neuansetzung auf ca. 20.000 €, der nicht nur die großzügige Trikot- Spende des amtierenden OBs von 15.000 € komplett auffrißt, sondern für das Nachholespiel nicht unerhebliche Spendenwünsche an die Unterstützer des FCC in Höhe von 100 x 100 € generiert. Der Verein hofft auf großherzige Beihilfe, um einem bleibenden Image- Schaden für den FC Carl Zeiss Jena vorzubeugen.