An die falsche Adresse gingen ein paar unbedachte Äußerungen des Herrn Lothar K ö n i g und erzeugten nun die Folgen:

Ein heftiger verbaler Ausfall, der ursächlich von einer Anweisung des Jenaer Ordnungsamtes herrührte, brachte dem Stadtjugendpfarrer Lothar K ö n i g eine bisher noch nicht rechtskräftige Geldstrafe in Höhe von 3.600 € ein.

Zur Vorgeschichte: In Vorbereitung auf eine von der AfD beantragte öffentliche Versammlung in Jena am 13.09.2017 hatte die JG Stadtmitte zahlreiche Plakate mit Protest- Kundgaben anfertigen lassen, die auf Initiative und unter Mitwirkung des wegen seiner politischen Ambitionen und Ansichten bekannten evangelischen Jugendpfarrers auch an Beleuchtungsträgern im Nahbereich der Veranstaltung angehängt wurden.

Eine formelle Vor- Ort- Anfrage von Mitarbeitern des Jenaer Ordnungsamtes, ob die für die ortsfeste Plakatierung erforderliche behördliche Erlaubnis vorliegt, konnte durch die Plakatierer nicht bejaht und auch nicht belegt werden.

Der darauf folgenden Anweisung, die bereits befestigten Protestplakate vollständig zu entfernen, kamen die Unterstützer des Herrn König nur sichtbar widerwillig nach. Besonders der Initiator der Plakat- Aktion, Herr K ö n i g selbst, zeigte deutlich und vernehmlich seine Verärgerung über das mangelnde Entgegenkommen und die situative Unflexibilität der Ordnungsbehörde auf.

Zufällig anwesende Passanten, die diesbezüglich beim Stadtjugendpfarrer den Anlaß des Mißmutes nachfragten, wurden wegen einem wahrscheinlichen verbalen Mißverständnis spontan als potentielle Anhänger des politischen Gegners verortet und mit einigen herabwürdigenden, gemäß § 185 StGB ehrenrührigen Bezeichnungen aus dem einschlägigen Repertoire der AfD- Gegner bedacht.
Die derart beleidigten Personen erstatteten daraufhin Strafanzeige.

Diese Ausfälle fanden nun, entgegen einem ersten vom Richter am Amtsgericht Andreas Piller bekundeten juristischen Unwillen an einer Aufarbeitung, am AG Jena eine finanziell empfindliche „Würdigung“ in Höhe von 30 Tagessätzen a´ 120 €.
Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Ablehnung des Verfahrens durch den Richter, der durch das Landgericht Gera stattgegeben wurde, kam es nun zu der von den Klägern angestrebten erstinstanzlichen Entscheidung.

Die Gerichtssprecherin Kerstin Seyffarth beschrieb den Verhandlungsverlauf, während dem auch vier Zeugen zum Vorkommnis befragt wurden, insgesamt als „Ruhig“.

Die Rechtskraft des Urteils ist noch nicht hergestellt, dem Beschuldigten und vorläufig Verurteilten steht der Weg in die Instanzen noch offen.