Halle (Saale). Vom 9. bis 11. März tagte die Frühjahresvollversammlung des Landesjugendkonventes (LJK) der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in der Jugendbildungsstätte „Villa Jühling“ in Halle.

Den thematischen Schwerpunkt der Tagung stellte das Arbeitsfeld der Erlebnispädagogik dar, bei dem durch spielepädagogische Ansätze Wissen und soziale Gruppensensibilität niedrigschwellig vermittelt werden kann. Neben einer theoretischen Einheit durften sich die Teilnehmer*innen ebenso praktisch erproben und dabei in der Gruppe reflektiert enger zusammenwachsen. „Im Spiel haben wir gegenseitiges Vertrauen und Rücksichtnahme in Kombination mit gutem Teamwork aufgebaut. Wir haben als Konvent gelernt, Hürden zu meistern und uns gegenseitig zu tragen und zu stützen. Ich bin begeistert, wenn ich sehe, was wir gemeinsam alles erreichen können!“, so Kathrin Schlecht aus dem Kirchenkreis Torgau-Delitzsch. Kathrin Schlecht wurde auf der vergangenen Tagung durch das Plenum in den Vorstand des Landesjugendkonventes gewählt. Sie ist 23 Jahre alt und studiert derzeit Internationale Beziehungen und Management in Erfurt.

Darüber hinaus lud der LJK Vertreter der Jusos (Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD) im Land Sachsen-Anhalt ein, um mit ihnen über den entbrannten Konflikt zwischen den Jusos und der Evangelischen Jugend ins Gespräch zu kommen. Hintergrund des Konfliktes war ein laizistisch-
kircheninstitutionskritischer Antrag der Jusos auf dem Landesparteitag der SPD in Sachsen-Anhalt, in welchem neben Forderungen zu Änderungen im kirchlichen Arbeitsrecht und Abschaffung des Religionsunterrichtes unter anderem in seiner Begründung der Begriff einer „2000 Jahre alten Hirtenmythologie, die keine Antworten auf Probleme des 21. Jahrhunderts liefert“ als Umschreibung für den christlichen Glauben verwendet wird.

Nach einer ausführlichen Debatte um die im Antrag aufgeführten Forderungen und einem Austausch der differenzierten Meinungen und Meinungsverschiedenheiten zwischen Jusos und Evangelischer Jugend entschuldigte sich Uwe Heinecke, Stellvertretender Vorsitzender der Jusos in Sachsen-Anhalt, im Landesjugendkonvent für diese unpassende Formulierung. Er versprach ebenso, die Standpunkte des Konventes an den Landesvorstand der JuSos Sachsen-Anhalt heranzutragen und auch dort für eine Entschuldigung für diese angreifende, beleidigende Formulierung zu werben. Die Evangelische Jugend der EKM begrüßt dieses Vorgehen und hofft auf ein zukünftig besseres Verhältnis mit gegenseitigem Respekt im Umgang miteinander unter Achtung des Glaubens und der Meinungen aller.

Der Landesjugendkonvent ist die Mitgliedervertretung der Evangelischen Jugend der EKM auf landeskirchlicher Ebene. Er ist die Selbstvertretung der Evangelischen Jugend und hat sich als landeskirchliches und jugendverbandliches Gremium verschiedene Aufgaben und Ziele gesetzt, die er aus christlicher Überzeugung erfüllt. In ihm sind Basisgruppen, Junge Gemeinden, Kreisjugendkonvente und junge Christ*innen vertreten, die sich mit Wort und Werk für die Interessen von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Dies geschieht innerhalb der Landeskirche, dem Dachverband bejm oder gegenüber weltlichen Gremien wie dem Landesjugendring Thüringen e.V. oder dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt. Auch auf Bundesebene ist der LJK aktiv, so etwa innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland (aej) und der Arbeitsgemeinschaft der Landesjugendvertretungen in der Bundesrepublik Deutschland (AGLJV).