… der Berliner Künstlerin Edith Kollath

Weimar. Ab Freitag, 16. März, sind im Historischen Gebäude und im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek die vier atmenden Bücher der Berliner Künstlerin Edith Kollath zu sehen. Die Objektgruppe mit Bezug zu den Weimarer Sammlungen besteht aus antiquarischen Werken mit vernähten Seiten, in die ein innerer Mechanismus Luft ein- und ausströmen lässt. Durch den so entstehenden »Atemrhythmus« erwachen die Bücher und mit ihnen auch ihre Autoren und Vorbesitzer gleichsam zum Leben. Umgekehrt atmen die Bücher auch ihre neue Umgebung ein und nehmen sie in sich auf. Damit verweist die Werkgruppe mit dem Titel »thinking I’d last forever« auf den Gegensatz zwischen dem zeitlosen Inhalt und der materiellen Vergänglichkeit des Überlieferungsträgers. Bei den Büchern handelt es sich um Dantes »Göttliche Komödie«, Lily Brauns »Memoiren einer Sozialistin, Kampfjahre«, Homers »Odyssee« und Alexander von Gleichen-Rußwurms Abhandlung »Freundschaft, eine psychologische Forschungs­reise«.

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Die atmenden Bücher von Edith Kollath entstanden für die künstlerische Intervention »Die Kapelle und das spezifische Gewicht der Zeit«, die Anne Brannys in Kooperation mit der Klassik Stiftung vom 3. November bis 3. Dezember 2017 in der Weimarer Schlosskapelle inszenierte.