Jena. Gestern wurden die vor ein paar Wochen mit blauer Farbe am Pulverturm aufgebrachten Graffitibeschmierungen durch den Eigenbetrieb Kommunalservice Jena (KSJ) entfernt. Es ist eine der ersten Graffitireinigungen im Rahmen einer neuen Vereinbarung zwischen JenaKultur als Verwaltungsträger und Auftraggeber für viele von Vandalimsus betroffenen Denkmal- und Kunstobjekte in Jena und dem Kommunalservice Jena.

Der KSJ hat seit letztem Jahr die entsprechende Technik angeschafft und verfügt inzwischen ebenso über kompetente geschulte Mitarbeiter, die den hohen Reinigungsanforderungen von Denkmalobjekten genügen, denn hier ist besonderes Fingerspitzengefühl und ein hoher Grad an Erfahrungen gefragt.

Unablässlich sind spezielle Probereinigungen zu Beginn der Maßnahmen. Nicht jede Technik und jedes Reinigungsmaterial ist gleichermaßen zielführend, sondern abhängig vom Untergrund, der verwendeten Farbe und dem Grad des Farbeinwirkens. So wurde beim Pulverturm eine mobiles Reinigungsgerät mit Kompressor und sehr schonend spühendem Strahlschlauch der Firma Torbo verwendet. Als Strahlgut diente feinstes Quarzgranulat, welches ein vorsichtiges Abtragen der Farbe ermöglichte, ohne den Kalkstein- und Mörteluntergrund am Turm zu beschädigen.

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Freilich ersetzt das bei besonders hochwertigen und denkmalpflegerisch anspruchsvollen Objekten weiterhin nicht den fachlichen Einsatz von Steinmetzen oder gar Fachexperten wie Restauratoren. Dennoch werden grobe und oberflächlich aufgetragene Verunreinigungen an Denkmalen und darüber hinaus auch Kunstobjekten im öffentlichen Raum künftig schneller und unkomplizierter durch den KSJ entfernt werden können.

Das nächste Objekt JenaKulturs auf der Liste der KSJ-Mitarbeiter ist das seit rund zwei Jahren mit roter Farbe beschmierte Kriegerdenkmal in Lichtenhain.