Für das Gebiet „Parkhaus Seidelstraße“ südlich des Stadtzentrums soll ein
Bebauungsplan aufgestellt werden. Er besteht aus dem bisherigen Parkplatz Seidelstraße sowie den angrenzenden Verkehrsflächen.

Für die Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung gelten folgende
Planungsziele:
• Erhöhung der Stellplatzkapazität des Parkplatzes Seidelstraße durch Umbau in ein Parkhaus
• Ermittlung und Festsetzung der maximalen städtebaulich verträglichen Baukörperabmessungen
• Sicherung eines qualitätvollen Erscheinungsbildes durch angemessene gestalterische Festsetzungen
• Städtebauliche Einbindung durch umfassende Fassaden- und Dachbegrünung
• Sicherung des Immissionsschutzes für das benachbarte Wohngebiet
• Prüfung des Einsatzes von Photovoltaik an Dach und Fassaden
• Rücksichtnahme auf den umgebenden Baumbestand, vorrangig entlang der Seidelstraße

Begründung:
Mit Beschluss vom 21.09.2016 wurde die Verwaltung beauftragt, ein Mobilitätskonzept für die Ortsteile Jena-Zentrum und Jena-West zu erstellen. Dabei sollte auch der ruhende Verkehr angemessen Berücksichtigung finden. Hierzu wurde die Stadtverwaltung beauftragt, eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für ein Parkhaus auf dem Standort entlang der Stadtrodaer Straße erarbeiten zu lassen. Die entsprechende Realisierbarkeitsstudie befindet sich in Arbeit und wird in Kürze vorliegen.

Aktuell bestehen in der Jenaer Innenstadt ca. 2.800 Pkw-Stellplätze, davon ca. 800 auf städtischen Parkplätzen sowie ca. 2.000 in privaten Parkhäusern und Tiefgaragen. Die Stellplätze werden anteilig durch Anwohner, Beschäftigte / Pendler sowie Kunden und Besucher der Innenstadt genutzt.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die vorgesehenen vielfältigen innerstädtischen Bauvorhaben in den kommenden Jahren zu einer Verschiebung der Stellplatznachfrage innerhalb der Innenstadt führen werden.

Durch die verkehrlichen, räumlichen und geologischen Bedingungen der einzelnen Standorte werden dem Bestreben, mit jedem Bauvorhaben sowohl den Eigenbedarf an Stellplätzen zu decken und zusätzlich Ersatz für anderweitig in der Innenstadt entfallende ebenerdige Stellplätze zu schaffen, in unterschiedlicher Weise Grenzen gesetzt.

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So kann der Stellplatznachweis bereits bei einer mittleren Baudichte nicht mehr vollständig in einer Tiefgaragenebene erbracht werden. Die Realisierung von zweigeschossigen Tiefgaragen ist aufgrund der örtlichen Baugrundverhältnisse mit überproportional hohem Aufwand verbunden und daher oftmals unwirtschaftlich.

Daher ist es unabdingbar, die an die Innenstadt grenzenden Gebiete in die Schaffung von Stellplätzen einzubeziehen. Vorrangig sollen dabei die bereits vorhandenen Möglichkeiten zur städtebaulich und finanziell vertretbaren Verbesserung des Stellplatzangebotes genutzt werden.

Südlich der Innenstadt zeichnet sich der Standort Seidelstraße durch die bereits vorhandene Nutzung als bewirtschafteter und gut angenommener Parkplatz aus. Zugleich sind Synergieeffekte im Zusammenhang mit dem geplanten Stadionneubau zu erwarten, denn sowohl die Innenstadt als auch das Stadion befinden sich in fußläufiger Entfernung.
Die überwiegend unterschiedlichen Zeiträume der Nachfragespitzen bei Pendlern und bei Stadionbesuchern kommen der angestrebten möglichst wirtschaftlichen Betreibung des Parkhauses entgegen.

Darüber hinaus ist von Vorteil, dass der Standort nicht nur fußläufig gut erreichbar ist, sondern mit der Haltestelle „Jenertal“ eine sehr gute Anbindung an das städtische Straßenbahnnetz aufweist.

Beschlussvorlage_Stadtrat
Anlage_1_Lageplan_mit_Geltungsbereich

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