Mit einer mündlichen Anfrage im Thüringer Landtag „Jena als „München des Ostens“ nicht für Alle?“ wollte der Jenaer Landtagsabgeordnete Torsten Wolf (DIE LINKE) von der Landesregierung wissen, in welchem Umfang die Stadt Jena Wohnen als öffentliche Daseinsvorsorge genügt und wie hoch die tatsächliche Mietbelastung der Jenaer ist. Die Landesregierung führte auf die Frage des Abgeordneten Wolf aus, dass der Anteil der Sozialwohnungen Ende 2005 noch bei 6,7% an allen Wohnungen in Jena lag, gesamt waren es 3.548 Wohnungen. Im Jahr 2010 waren dies noch 5,61% mit 3.048 Wohnungen. Im Jahr 2015 waren es nur noch 1,37% mit 843 Wohnungen. „Damit liegt der Anteil von Sozialwohnungen in 2015 bei knapp 23% des Jahres 2005. Zwar sind in diesem Zeitraum 8.373 Wohnungen neu entstanden in Jena, aber nahezu ausschließlich im Hochpreissegment. Wenn dem Wohnungsmarkt durch Nichthandeln von Oberbürgermeister Dr. Schröter und der Regierungskoalition von SPD, CDU und B90/ Die Grünen in 10 Jahren 2.705 mietpreisgebundene und damit bezahlbare Wohnungen für mittlere und geringe Einkommensgruppen entzogen werden, ohne das entsprechende geförderte Wohnungen nachgebaut werden, dann hat das für das soziale Gefüge einer Stadt wie Jena erheblichen Einfluss. Ein gutes Leben in Jena kann sich dann nur noch Gutverdiener leisten. Wenn Dr. Schröter, Dezernent Peisker und die Koalition im Stadtrat der Meinung sind, Subjektförderung ist wichtiger als Objektförderung, dann ist dies zutiefst unsozial und wird dem Anspruch von Wohnen als öffentliche Daseinsvorsorge nicht gerecht sowie macht Normalverdiener zu Bittstellern.“

Nach Angaben der Landesregierung standen jedem Einwohner in Jena im Jahr 2015 17.582€ als verfügbares Einkommen zur Verfügung. In Erfurt waren dies 18.082€, in Gera 18.355€ und in Weimar 17.918€. Gemäß dem „Monitoring 2017“ der Stadt Jena war die Mietbelastungsquote im Durchschnitt aller Haushalte 23 Prozent. „Wenn in Jena schon jeder 4. Euro für Wohnen ausgegeben werden muss, wenn der Anteil von mietpreisgebundenen Wohnungen immer weiter zurück geht, wenn Wohnungsneubau nahezu ausschließlich oberhalb von 8€ kalt erfolgt und wenn die Stadtwerke eine Mieterhöhung von 2% im Jahr bei allen Mietern einplanen, dann zeigt dies, dass die Koalition aus SPD/ CDU/ Grüne und insbesondere Dr. Schröter und Dezernent Peisker politisch völlig versagt haben. Eines bleibt von der Amtszeit des SPD-Oberbürgermeisters Dr. Schröter: Jena muss man sich leisten können, denn die Miete macht in Jena viele arm!“ so Torsten Wolf auswertend zusammenfassend zu seiner mündlichen Anfrage im Landtag.