Weimar/Erfurt. Die Sparkasse Mittelthüringen soll die Hälfte ihres Gewinns aus dem vergangenen Jahr an die sie tragenden Kommunen ausschütten. Das will Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) in der nächsten Sitzung des Sparkassen-Verwaltungsrates am 30. Mai beantragen. Er setze damit einen Beschluss des Stadtrates vom Dezember 2017 um, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mit. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte dem MDR, er werde diesen Vorschlag in dem Gremium unterstützen.

Die Sparkasse hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Bei einer Ausschüttung von 50 Prozent läge der Anteil Weimars bei 296.000 Euro.

Ob der Vorstoß erfolgreich sein wird, ist indes fraglich. Schon in den vergangenen Jahren hatten Weimar und Erfurt für ihr Verlangen nach Gewinnausschüttung im Verwaltungsrat – er ist das Aufsichtsorgan der Sparkasse und entscheidet über die Gewinnverwendung – keine Mehrheit bekommen. Dem Gremium gehören neben den Oberbürgermeistern von Weimar und Erfurt die Landräte in Apolda und Sömmerda, sieben weitere Vertreter der Trägerkommunen sowie fünf Vertreter der Sparkassen-Belegschaft an. Welchen Vorschlag der Vorstand für den aktuellen Gewinn von 2017 macht, wollte die Sparkasse dem MDR nicht mitteilen. In den vergangenen Jahren waren die Gewinne vollständig ins Eigenkapital der Bank geflossen. Der Vorstand begründete das damit, dass die Bank keine andere Quelle zur Vergrößerung ihres Eigenkapitals habe. Die Höhe des Eigenkapitals wiederum ist maßgeblich für den Umfang an Krediten, welche die Bank ausgeben darf.

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Die Sparkasse Mittelthüringen gehört den Städten Weimar und Erfurt sowie den Landkreisen Weimarer Land und Sömmerda. Ihre Bilanzsumme lag im vergangenen Jahr bei 4,142 Mrd. Euro. Sie hatte derzeit nach eigenen Angaben 800 Mitarbeiter.