Öffentliche Schulden zum Ende des 4. Quartals 2017 um 2,1 % niedriger als im Vorjahr
Wiesbaden. Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des vierten Quartals 2017 mit 1 965,5 Milliarden Euro verschuldet. Zum nicht-öffentlichen Bereich zählen Kreditinstitute sowie der sonstige inländische Bereich (zum Beispiel private Unternehmen) und der sonstige ausländische Bereich. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sank der Schuldenstand gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2016 um 2,1 % beziehungsweise 41,3 Milliarden Euro. Dabei konnten alle Ebenen ihre Verschuldung verringern. Gegenüber dem dritten Quartal 2017 ging der Schuldenstand um 0,4 % beziehungsweise 7,2 Milliarden Euro zurück.

Die Verschuldung des Bundes verringerte sich gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2016 um 16,1 Milliarden Euro beziehungsweise 1,3 % auf 1 242,8 Milliarden Euro. Der Bund konnte seine aufgenommenen Kredite um 21,2 Milliarden Euro (– 32,2%) und seine Wertpapierschulden um 12,2 Milliarden Euro (– 1,0 %) abbauen. Die Kassenkredite stiegen dagegen um 17,3 Milliarden Euro (+ 141,1 %) an.

Die Länder waren zum Ende des vierten Quartals 2017 mit 584,8 Milliarden Euro verschuldet, was einem Rückgang um 3,4 % beziehungsweise 20,7 Milliarden Euro gegenüber dem vierten Quartal 2016 entspricht. Hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (– 16,0 %), Baden-Württemberg (– 14,1 %), Bayern (– 12,4 %), Brandenburg (– 7,6 %) und Mecklenburg-Vorpommern (– 6,2 %). Die prozentual höchsten Zuwächse hatten Hamburg (+ 4,7 %), Thüringen (+ 4,4 %) und Sachsen-Anhalt (+ 2,7 %).

Der Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände sank gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2016 um 3,1 % (– 4,5 Milliarden Euro) auf 137,5 Milliarden Euro. Bis auf Schleswig-Holstein (+ 1,1 %) haben die Gemeinden und Gemeindeverbände aller anderen Länder ihre Schuldenstände reduziert. Die prozentualen Rückgänge waren in Sachsen mit – 9,3 % (aufgrund einer bedeutenden Änderung des Berichtskreises), Sachsen-Anhalt (– 7,1 %), Hessen (– 6,3 %), Thüringen (– 6,2 %) und Mecklenburg-Vorpommern (– 5,5 %) besonders hoch.

Die Sozialversicherung war zum Ende des vierten Quartals 2017 mit 434 Millionen Euro verschuldet, das waren 10,8 % beziehungsweise 53 Millionen Euro weniger als am Ende des vierten Quartals 2016.

Weitere Daten können der Fachserie 14, Reihe 5.2 „Vorläufiger Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts“ entnommen werden. Detaillierte Daten können über die Tabelle Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich (71311-0002) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts beim nicht-öffentlichen Bereich 1
– vorläufige Ergebnisse –

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Körperschaftsgruppen/Länder Insgesamt Veränderung
gegenüber
30.09.2017
Veränderung
gegenüber
31.12.2016
31 .12.2017 30.09.2017 31.12.2016
in Millionen Euro in %
1 Einschließlich Extrahaushalte.
2 Kernhaushalte der Sozialversicherung zum Stand 31.12.2015 für den 31.12.2016; für den 30.09.2017 und 31.12.2017 Kernhaushalte der Sozialversicherung zum Stand 31.12.2016.
Insgesamt 1 965 483 1 972 639 2 006 813 – 0,4 – 2,1
Bund 1 242 780 1 243 408 1 258 910 – 0,1 – 1,3
Länder 584 809 589 818 605 505 – 0,8 – 3,4
Gemeinden/Gemeindeverbände 137 459 138 977 141 911 – 1,1 – 3,1
Sozialversicherung 2 434 435 487 – 0,1 – 10,8
Länder
Baden-Württemberg 45 658 50 074 53 181 – 8,8 – 14,1
Bayern 16 974 17 147 19 386 – 1,0 – 12,4
Brandenburg 16 583 16 661 17 941 – 0,5 – 7,6
Hessen 40 989 40 301 42 764 1,7 – 4,2
Mecklenburg-Vorpommern 8 007 8 081 8 534 – 0,9 – 6,2
Niedersachsen 59 614 60 560 60 008 – 1,6 – 0,7
Nordrhein-Westfalen 174 047 175 267 179 615 – 0,7 – 3,1
Rheinland-Pfalz 31 306 31 019 32 660 0,9 – 4,1
Saarland 14 063 13 905 14 104 1,1 – 0,3
Sachsen 1 555 1 635 1 852 – 4,9 – 16,0
Sachsen-Anhalt 20 768 21 060 20 230 – 1,4 2,7
Schleswig-Holstein 29 245 28 223 29 351 3,6 – 0,4
Thüringen 15 859 15 489 15 189 2,4 4,4
Berlin 56 547 56 935 58 092 – 0,7 – 2,7
Bremen 20 848 21 525 21 314 – 3,1 – 2,2
Hamburg 32 747 31 935 31 285 2,5 4,7
Gemeinden/Gemeindeverbände
Baden-Württemberg 7 957 7 870 8 090 1,1 – 1,7
Bayern 13 419 13 072 13 777 2,7 – 2,6
Brandenburg 1 970 1 977 2 032 – 0,3 – 3,0
Hessen 17 156 17 716 18 309 – 3,2 – 6,3
Mecklenburg-Vorpommern 1 796 1 876 1 901 – 4,3 – 5,5
Niedersachsen 12 536 12 724 12 583 – 1,5 – 0,4
Nordrhein-Westfalen 53 541 54 209 55 297 – 1,2 – 3,2
Rheinland-Pfalz 12 620 12 659 12 696 – 0,3 – 0,6
Saarland 3 612 3 588 3 717 0,7 – 2,8
Sachsen 3 111 3 207 3 431 – 3,0 – 9,3
Sachsen-Anhalt 2 753 2 889 2 964 – 4,7 – 7,1
Schleswig-Holstein 4 389 4 493 4 342 – 2,3 1,1
Thüringen 2 600 2 697 2 771 – 3,6 – 6,2

Methodische Hinweise
2016 wurde die vierteljährliche Schuldenstatistik an den Berichtskreis und die Abgrenzungen der jährlichen Schuldenstatistik angepasst. Daher sind die vorliegenden Ergebnisse mit den endgültigen jährlichen Ergebnissen vergleichbar, allerdings nur noch eingeschränkt mit den Quartalswerten bis einschließlich viertes Quartal 2015. Die Schulden der Kernhaushalte der Sozialversicherung wurden auf Basis des Ergebnisses zum 31. Dezember 2015 der jährlichen Schuldenstatistik für das vierte Vierteljahr 2016 auf 480 Millionen Euro und für das vierte Vierteljahr 2017 auf Basis des Ergebnisses der jährlichen Schuldenstatistik zum 31. Dezember 2016 auf 427 Millionen Euro fortgeschrieben.

Weiteres
Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Schulden, Finanzvermögen vor.

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